Musiktag14 - Kolping DV Speyer

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Pressemitteilung

„Im Anfang war die Musik …“
Speyer: Kolping feiert sein 150. Jubiläum mit einem Musikfest – Vier Kolpingblasorchester be-geistern in und vor dem Dom

Speyer / Kaiserslautern (19.06.2014 / ko-tb). – „Ich hatte eine Gänsehaut beim Abschlusskonzert vor dem Dom“, gab Diakon Andreas Stellmann aus Heßheim unumwunden zu. „Was die vier Kolpingblasorchester zu Gehör gebracht haben, war einfach große Klasse!“, meinte der Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes. 120 Musiker, unter ihnen viele Jugendliche, auch Kinder, setzten vor dem Portal des Speyerer Kaiserdoms einen fulminanten Schlussakkord hinter einem Musikfest, wie es schöner und heiterer kaum hätte verlaufen können: Die Kolpingblasorchester aus Herxheim, Deidesheim, Oggersheim und Kaiserslautern – die Kolpingkapelle Zell musste kurzfristig absagen – zeigten unter Dirigent Markus Müller, Ludwigshafen, ihr Können und begeisterten die Hunderte von Zuhörern, die sich rund um den Domnapf eingefunden hatten. Mit Spielfreude, innerem Schwung und viel lebensfrohem Rhythmus spielten sie mehrere Klassiker, unter ihnen Sir Edward Elgars berühmter „Pomp And Cirumstance March Nr. 1 (Land Of Hope And Glory)“. Nicht unpassend einen Tag nach der Geburtstagsparade für Queen Elizabeth in London. Der Applaus des Publikums kam jedenfalls von Herzen. Getreu dem Leitsatz: „Gott zur Ehre, den Menschen zur Freude“ begann das Musikfest mit einem Got-tesdienst. Weihbischof Otto Georgens begrüßte die Musiker und Mitglieder der diözesanen Kolpingsfamilien, die mit ihren Bannern auch sichtbar präsent waren, herzlich zum Dreifaltigkeits-sonntag in der Speyerer Kathedrale. Die Kolpingkapellen Herxheim und Oggersheim gestalteten vom Königschor aus im Wechsel mit der Orgel die Messfeier musikalisch. Radio Horeb übertrug den Got-tesdienst live. Mit dem Weihbischof konzelebrierten der stellv. Diözesanpräses Pfr. Jörg Stengel, Wei-lerbach, Diözesanehrenpräses Prälat Gerhard Fischer, Speyer, und Domkapitular Franz Vogelgesang, der Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes. Den diakonischen Dienst versahen Diakon Andreas Stellmann und Diakon Detlev Sieben, Bezirkspräses des Kolping-Bezirksverbandes Ludwigshafen-Speyer. In seiner Predigt näherte sich der Weihbischof dem göttlichen Dreiklang der Dreifaltigkeit im Bild eines dreiaktigen Stücks. Über jedem Akt stehe: „Wir glauben“. Die Menschen seien Subjekte dieses Dreiakters: „Wir glauben an den Vater, wir glauben den an Sohn, wir glauben an den Heiligen Geist.“ Indem wir dies tun, sicherten wir Gott einen Ort in unserem Dasein. Gott, der Vater, schenke uns Kraft und Halt, in Jesus Christus, dem Sohn, erhielten wir Orientierung für ein erfülltes Leben und im Trost und Beistand des Heiligen Geistes würden wir selber Menschen zu Tröstern und Helfern.
„Welches Stück spielen Sie?“, fragte Weihbischof Georgens die Kolpingmitglieder. Ihrem Ursprung treu, könnten sie vielleicht mit Adolph Kolping antworten: „Auf dem Glauben ruht das Leben; das soziale Leben ist der lebendige Ausdruck des Glaubens, mag es beschaffen sein, wie es will … Diejenigen, welche an Gott glauben, müssen dadurch auch an die Menschen glauben, und welche das Chris-tentum lebendig glauben, müssen in seinem Geiste schaffen.“ Originalton Adolph Kolping. „Ist das auch Ihr Originalton? Ist das das Stück, das Sie in unserer Zeit spielen? Glaube an Gott, Glaube an die Menschen, Glaube an das Christentum – welch ein Dreiklang!“
Mehr als ein Dreiklang war anschließend auf der Südseite des Domes am Ölberg zu hören: „Zur Ehre Adolph Kolpings und zur Freude der Menschen“ gaben die vier Kolpingkapellen nacheinander Stand-konzerte, in denen sie die Vielfalt ihres Repertoires, ihre Spielkultur und musikalische Qualität unter Beweis stellten. Von der klassischen Blasmusik über die mitteleuropäische Marschmusik bis zu Swing, Schlager und Pop – alles war zu hören und wurde mit Leichtigkeit und Heiterkeit dargeboten. Über-haupt: Heiterkeit war das Charakteristische dieses Tages. Das Wetter und die Temperaturen – einfach ideal. Gerne kamen und blieben die Menschen, stets waren mehrere hundert Gäste an den Tischen vor der Bühne, hörten auf die Musik, genossen Speisen und Trank und erfreuten sich an vielen Begegnun-gen und Gesprächen. Ein Fest also, das Menschen durch die Musik in Kontakt brachte, füreinander aufschloss – heiter und lebensfroh. Nicht nur das Wetter, sondern auch die hervorragende Organisation
des Festes trug zum Gelingen des Tages bei. Verantwortlich dafür war der stellv. Diözesanvorsitzende Harald Reisel, Dahn, der alle notwendigen Gespräche geführt, die grundlegenden Entscheidungen vor-bereitet und alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst hatte. Reisel verwies auf den Einsatz der betei-ligten Kolpingsfamilien. Besonders dankte er den Kolpingsfamilien aus Deidesheim, Oggersheim, Limburgerhof und Frankenthal-Mörsch.
Als ein gewiefter und sprachgewandter Moderator erwies sich Pfr. Jörg Stengel, der durch das musika-lische Programm führte. Gemeinsam mit dem Diözesanvorsitzenden Andreas Stellmann konnte er eine Reihe von Gästen begrüßen. Neben Weihbischof Otto Georgens und Prälat Gerhard Fischer waren dies Diözesanpräses Pfr. Andreas König, Frankenthal, der ehemalige Diözesanvorsitzende Klaus Butz, der im Bayrischen Wald die Kolping-Familienferienstätte Lambach leitet, mit seiner Frau Manuela und der Diözesanehrenvorsitzende Rolf Schäfer, Oggersheim, mit seiner Frau Elisabeth. Ein besonderer Gruß galt Michael Anderson Lima Sousa, der im brasilianischen Bundesstaat Tocantins beheimatet ist und derzeit ein FSJ im Kolpingbüro Kaiserslautern absolviert. Am Nachmittag war Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zu Gast. Er wurde herzlich begrüßt. Der Bischof, selbst ein begeisterter Musiker, dankte den Kolpingorchestern für ihren großartigen musikalischen Einsatz und für dieses schöne Fest. Kolpingwerk und Kolpingsfamilien dankte er für ihr unverzichtbares Engagement in Kirche und Ge-meinde. Er ermutigte sie, in der Spur des Gesellenvaters Adolph Kolping voranzuschreiten und in sei-nem Geiste, d.h. im Geist des Evangeliums Jesu Christi, auch künftig Welt und Gesellschaft mitzuges-talten. Diakon Andreas Stellmann überreichte Bischof Wiesemann eine Kolping-Sonnenblende für sein Auto bei heißen Sommertagen.
Der Diözesanvorsitzende Andreas Stellmann wies auf die Bedeutung des Musiktages für das Kolpingwerk hin: „Im Anfang war die Musik …“ Der 1846 von dem Lehrer Johann Gregor Breuer in Wuppertal-Elberfeld gegründete katholische Gesellenverein habe als wesentliche Zielsetzung das ge-meinsame Singen gehabt. Die Musik habe seitdem stets eine wichtige Rolle im Leben der Gesellen-vereine gehabt. Schon bald seien Musikgruppen und Blasorchester entstanden. Die heutigen Kolpingkapellen stünden in dieser Tradition. Die Kolpingsfamilien seien Bildungsgemeinschaften. Kolping wolle Menschen helfen, zu einem gelingenden Menschsein zu gelangen. Zum kolping´schen Konzept der Persönlichkeitsbildung gehörten alle kulturellen Äußerungen des Menschen. Die Musik spiele dabei eine herausragende Rolle. Wer eine musikalische Ausbildung durchlaufen und die Erfah-rung des Ensemblespiels gemacht habe, sehe die Welt anders, tiefer, transzendenter. Die pädagogische Arbeit der Orchester, die sich besonders jungen Menschen zuwende, sei hervorragend und werde auch in der Öffentlichkeit anerkannt. Musik gehöre zum ursprünglichen Auftrag Adolph Kolpings. Die Kolpingblasorchester erfüllten also einen originären Auftrag des Gesamtverbandes. Dafür gebührten ihnen Dank und Unterstützung. Stellmann betonte: „Das Kolpingwerk ist stolz auf seine Orchester“.
Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.100 Mitglieder in 64 örtlichen Vereinen, den Kolpings-familien. 1.000 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 260.000 Mitglieder in 2.600 Kolpingsfamilien. Zehn Kolpingblasorchester mit ca. 500 aktiven Musikern gibt es in der Diözese Speyer. Weltweit zählt das Kolpingwerk 450.000 Mitglieder in über 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“
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