Fam - Kolping DV Speyer

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Pressemitteilung

Ein Fest der Generationen

Kolping feiert sein 150. Jubiläum in Ramsen mit einem Familientag – Jung und Alt in Spiel, Gespräch und Gottesdienst vereint

Ramsen / Kaiserslautern (21.05.2014 / ko-tb). – „Es geht doch“, meinte ein älterer Teilnehmer des Kolping-Familientages in Ramsen, „Jung und Alt können miteinander!“ Zumindest in den Kolpingsfamilien. Und in der Tat: Über 160 Mitglieder und Freunde des katholischen Traditionsverbandes aus allen Teilen der Diözese Speyer, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche, junge Eltern, Erwachsene und Senioren, waren der Einladung gefolgt, um einander zu begegnen, ein Fest zu feiern, gemeinsam zu spielen und zu singen, miteinander ins Gespräch zu kommen und – ins Gebet. Es war ein Tag voller Harmonie bei herrlichem Frühlingswetter: Sonne pur und Sonne satt, im Schatten des Kirchturms von Mariä Himmelfahrt, hoch über Ramsen im Eisbachtal.
Es war der Wunsch der Jungen, Kolping einmal als Generationen verbindenden Verband zu erleben, als einen Verband, der sich nicht nur in seinem Selbstverständnis, sondern auch in der Praxis als „familienhaft“ zeigt. Und das konnten alle, die dabei waren, an diesem Tag erleben. Der älteste Teilnehmer war 89, der jüngste wohl noch kein Jahr alt. Spass hatten beide. Ein besonderer Gast kam aus dem fernen Brasilien: Michael Anderson Lima Sousa aus Raichinho / Bundesstaat Tocantins (Nordbrasilien) ist derzeit Praktikant im Kolpingbüro Kaiserslautern. Der 22-jährige Informatikstudent ist ebenfalls Kolpingmitglied und absolviert hier ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).
Gemeinsam mit der stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Elke Boudgoust (Oggersheim) entwickelten Annika Bär (Grünstadt), Ramona Krämer (Ensheim) und der Geistlicher Leiter der Kolpingjugend, Pfarrer Carsten Leinhäuser (Speyer), ein Konzept für den Familientag. Es war ihnen wichtig, im Jahr des 150. Jubiläums des Kolpingwerkes als Diözesanverband mit einem Familientreffen ein besonderes Zeichen zu setzen. Es werde damit ein Alleinstellungsmerkmal des Kolpingverbandes deutlich: „Wir sind ein Generationenverband. Bei uns sind Junge und Alte, Frauen und Männer, Familien und Singles jeglichen Alters willkommen,“ sagte Elke Boudgoust. Schnell war die Kolpingsfamilie Ramsen als Ausrichter gewonnen, die selbst eine starke Gruppe von jungen Familien in ihren Reihen hat. Die gesamte Organisation vor Ort wurde von der Kolpingsfamilie unter ihrem Vorsitzenden Wolfgang Rörig übernommen und professionell durchgeführt. Die Ramsener sorgten für einen reibungslosen Ablauf und trugen so entscheidend zum Gelingen des Festes bei.
Das gemeinsame Treiben begann am Morgen mit einem 10 Stationen umfassenden „Spiel der Generationen“. In altersgemischten Gruppen traten die Besucher gegeneinander an und spielten mit Begeisterung „um den Sieg“: Wurfspiel, „Heißer Draht“, Pantomine Raten, Schubkarren-Staffellauf, Quizfragen – natürlich um Kolping! – und Melodienraten waren Aufgaben in diesem Spiel, in dem sich Jung und alt jeweils ergänzten und ihre Kompetenzen zum Einsatz brachten.
Kreative und handwerkliche, ideelle und spirituelle Workshops wurden am Nachmittag angeboten: „Schwedenstühle statt IKEA – Wir bauen unseren Stuhl selber“ hieß ein begehrter „Arbeitsplatz“ – den Stuhl konnte man dann nach Hause mitnehmen. Für Mädchen war das Basteln von Freundschaftsbändchen und Schmuck, aber auch das „ganz schön bunte“ Schminken attraktiv. „Playstation, Wii und Co.“ informierte über das, was Jugendliche heute spielen. „Kolping-Memory“ machte einfach nur Spass. In einem Arbeitskreis wurde über das Workcamp der Kolpingjugend in Brasilien, Sommer 2013, berichtet, eine Gruppe lernte in der Mobilen Kirche, der „MoKi“, die meditative Kraft des Labyrinths kennen und schließlich hörte ein Kreis von jungen und alten Mitgliedern im Bibelteilen voreinander und füreinander auf das Wort Gottes in einem Schrifttext: „Denn Gott hat eine Botschaft für dich!“ Eine Powerpoint-Präsentation informierte über Leben, Idee und Werk Adolph Kolpings und wie es nach ihm weiterging – bis heute. Auf einer großer Tafel standen als Einladung die Worte: „Kolping-Paradies … Wie soll die Geschichte weitergehen?“ Hier
waren alle Teilnehmer und Gäste aufgefordert, ihre Gedanken für die Zukunft des Kolpingwerkes in Wort und Graphik darzustellen. Am Ende des Tages war die Tafel mit leuchtend bunten Farben, mit Zeichnungen, Bildern und Texten gefüllt: Kolping soll eine frohe Gemeinschaft sein, engagiert und kraftvoll, in Gott verwurzelt, lebendig und weltoffen.
Lächelnde und lachende Gesichter – junge und alte – prägten den Familientag. Die Kinder freuten sich besonders an Karussell, Rutschbahn und Hüpfburg. Ein „Heidenspass“ war auch der aus Holzsteinen errichtete Turm, aus dem man Hölzer ziehen musste, ohne dass der Turm fiel. Auf einem Ergometer konnte man „Strom für Brasilien“ erstrampeln.
Ein „quirliger, sich windender Wasserstrom“, ausgelegt mit blauen Tüchern auf der Wiese, führte hin zum Altar der „Mobilen Kirche“. Er symbolisierte den Strom, der in den Menschen zu einer lebendigen Quelle werden und sie zum Ziel ihres Lebens führen will: Jesus Christus. Über ihn hörten die Besucher im Evangelium: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Vers 6). Mit selbstgefalteten Papierbooten, versehen mit den Namen ihrer Lieben, um die sie sich sorgen und für die sie beten wollten, stellten sich die Gottesdienstteilnehmer in den „Strom des Lebens.“
Pfarrer Carsten Leinhäuser nahm die Geschichte von Noah (Buch Genesis, Kapitel 7 und 8) als Ausgangspunkt seiner Predigt. Es ging ihm nicht um den Regenbogen, im Zentrum seiner Überlegungen stand die Arche, als ein Boot des Lebens. Sie sei ein tolles Bild für die Familie, wie wir sie uns wünschten: ein sicherer Ort, der schütze vor den Stürmen des Lebens, der Geborgenheit schenke und behüte, ein Ort, an dem ich mich zurückziehen und mich wohlfühlen könne und an dem ich den Menschen nahe sei, die mir wichtig sind. Familie sei nicht immer Glück, sie sei oft anstrengend und schmerzhaft. Aber sie sei auch ausgezeichneter Lernort, denn schließlich müssten die jungen Familienmitglieder irgendwann an Land gehen, eine Familie gründen und selbst ihr eigenes Boot bauen, um auf die Reise zu gehen.
„Was hier von der Familie gesagt ist, gilt auch für die Kolpingsfamilie und für die Familie der Christen, die Kirche“, sagte der Prediger wörtlich. „Sie sind – oder sollten es unbedingt sein: Orte der Gemeinschaft, der Geborgenheit, des füreinander Daseins, Lernorte des Lebens und – im Glauben.“ Gott rufe uns auf, „Archen“ zu bauen, Gemeinschaften, in denen Menschen „in einem Boot“ sitzen, miteinander unterwegs auf dem Ozean des Lebens sind: Gott entgegen. Die Mitglieder der „Archen“ unterstützten sich dabei, hülfen sich in Krankheit und Not, hielten aus in den Stürmen der Zeit, ermutigten sich, wenn die Herausforderungen des Lebens zu schwer erscheinen. Und Gott rufe sie auf, niemanden zurückzulassen, alle gehörten an Bord. In diesen Booten, in den Kolpingsfamilien und Kirchengemeinden sei genug Platz, um die Schiffbrüchigen auf- und mitzunehmen. „Diese Boot sind Boote des Lebens: ein Zuhause, eine Familie“.
Pfarrer Leinhäuser dankte allen, die zum Gelingen dieses Tages ihren Beitrag geleistet haben, nicht zuletzt der Band „Sacro Pep“ aus Hettenleidelheim, die in den Gottesdienst mit einer lebendigen und mitreißenden Musik bereichert hat.
Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.100 Mitglieder in 64 örtlichen Vereinen, den Kolpingsfamilien. 1.000 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 260.000 Mitglieder in 2.600 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 450.000 Mitglieder in über 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“
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