Sehen, erleben, mitleben

Kolpingsfamilie Mörsch feiert 20. Stiftungsfest

Frankenthal-Mörsch (19.01.2012 / awst-tb). – „Wo wohnst Du?, fragen die Johannes-Jünger Jesus. Und er antwortet: Kommt und seht! Sie sollen sehen, wo er wohnt, wie er lebt, wie er sein Leben gestaltet“, sagte Pfarrer Stefan Mühl in seiner Predigt im Festgottesdienst anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Kolpingsfamilie Frankenthal-Mörsch. „Am Ende des Tages sind sie sicher: Jawohl, wir haben genug gesehen, das überzeugt uns. Bei dem wollen wir bleiben, dem können wir folgen“, so der Prediger weiter. Das Sehen, das Erleben, das Mitleben überzeuge die Menschen. Glaube entzünde sich am gelebten Beispiel, am vorgelebten Leben.

Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Hl. Kreuz, musikalisch gestaltet von die Blaskapelle Mörsch, und einem Sektempfang in der Vorhalle der Kirche beging die Kolpingsfamilie Mörsch ihr Jubiläum. Präses Pfarrer Stefan Mühl, der ehemalige Präses Pfarrer Karlheinz Bumb und Diakon Andreas W. Stellmann, der amtierende Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes, (Heßheim) zelebrierten die festliche Messfeier. „Was ist das, Kolping?“, fragte Präses Mühl weiter in seiner Ansprache. Müssten wir Erklärungen ausbreiten oder könnten wir nicht auch einfach sagen:

Komm und sieh! Komm mal zu unserem Spielabend, und du wirst sehen, dass da Menschen sind, die sich gut verstehen, Spaß miteinander haben und fair miteinander umgehen. Komm und sieh – du wirst sehen, dass wir offen sind, und wirst dich schnell heimisch fühlen. Komm und sieh – zu einem unserer Gottesdienste, zum Rosenkranz oder zur Kreuzwegandacht, und du wirst spüren, aus welchem Geist wir leben, welches Feuer in uns brennt. Du wirst merken, dass wir ein christlicher Verband sind, dass das Evangelium uns bewegt. Komm und sieh, wenn wir diskutieren über Not in der Welt, dass wir nicht beim Diskutieren stehenbleiben, sondern versuchen, mit unseren Mitteln zu helfen und Nöte zu lindern. Komm zu unseren Festen und sieh, dass wir nicht nur Kolpings-Familie heißen, sondern es wirklich familiär bei uns zugeht.“

Kolping sei in Mörsch eine Gemeinschaft, die was bewege. Das Jubiläum müsse Ansporn sein, noch mehr in die Gemeinde, in die Kirche und in die Gesellschaft hineinzuwirken. Kolping trete an für eine bessere, menschlichere Welt. „Kolping wollte Menschen zusammenbringen, sie herausführen aus Einsamkeit und Isolation – wo sind wir offen für Menschen, die Gemeinschaft und Heimat suchen? Nicht nur die, die sowieso kommen, sondern auch andere, Suchende, Einsame? Kolping lagen die Kleinen, die Armen, die Schwachen am Herzen. Wo gibt es die bei uns? Sehen wir sie? Was tun wir, um ihnen zu helfen?“ Kolping stelle sich diesen Fragen und gebe konkrete Anworten.

Die Kolpingsfamilie gestaltete die Fürbitten. Sie stellte dabei mit Symbolen ihre einzelnen Aktivitäten dar (z.B. Hutz und Perrücke für die Theatergruppe, ein großer Rosenkranz für die Andachten, ein Koffer für die durchgeführten Reisen, auch den Verstorbenen wurde mit einem Standkreuz gedacht).

Unter den Gästen waren der stellvertretende Diözesanvorsitzende Josef Heitz und Bezirksvorsitzende Maria Heitz (beide Ludwigshafen-Pfingstweide). Diakon Stellmann wies in einer kurzen Ansprache darauf hin, dass Adolph Kolping seine Gesellen aufgefordert habe, die Nöte der Zeit zu erkennen. Dies habe die Kolpingsfamilie Mörsch nachweislich bis heute praktiziert. Einen Wechsel wird es an der Spitze der Kolpingsfamilie geben: Stefan Krantz wird den Vorsitz übernehmen und der bisherige Vorsitzende, Peter Halbherr, wird 2. Vorsitzender.

Die Kolpingsfamilie Mörsch ist Gliedgemeinschaft des Internationalen Kolpingwerkes. Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.500 Mitglieder in 67 örtlichen Vereinen, den Kolpingsfamilien. 1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 264.000 Mitglieder in 2.700 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“