„Stark im Sein und in der Tat“
Internationale Maiandacht des Kolpingwerkes in Otterberg
Kaiserslautern/Otterberg (20.05.2011 / tb). – „Wir sind stark durch das, was wir sind,
und durch das, was wir tun. Und das zeigen wir auch.“ Dieses
Leitwort aus der Imagekampagne des Kolpingwerkes
stellte Pfarrer Jörg Stengel (Weilerbach) seiner
Predigt in der Zisterzienserabteikirche zu Otterberg
voran, in der nahezu 700 Gläubige verschiedener
Nationen, Mitglieder der Kolpingsfamilien und anderer
katholischer Organisationen zur Internationalen Maiandacht des Kolpingwerkes versammelt waren, um im Geist Marias, der
Mutter des Herrn, für den Frieden in der Welt und ein geeintes Europa zu beten.
Unter ihnen die Vorsitzende der Bischöflichen Stiftung Mutter und Kind, die
Landtagsabgeordnete Marlies Kohnle-Gros (Hütschenhausen),
Diözesanpräses Pfarrer Andreas König (Frankenthal),
der Vorsitzende des Kolping-Diözesanverbandes Mainz,
Toni Brunold (Alzey), und
der neugewählte Vorsitzende des Diözesanverbandes Speyer, Diakon Andreas W.
Stellmann (Heßheim), der am 1. Juni sein Amt antritt.
Einen besonders herzlichen Gruß richtete Bezirkspräses
Stengel an Norbert Thines
(Kaiserslautern), den Vorsitzenden des Vereins „alt-arm-allein“.
Das bunte Bild in der Abteikirche, fuhr Pfr. Stengel, der auch stellvertretender Diözesanpräses des Kolpingwerkes ist, fort, passe durchaus zu diesem kämpferisch klingenden Satz. „Wir feiern die vermutlich größte Maiandacht des Bistums“, meinte er, „mit einer über zwei Jahrzehnte langen Tradition. Wir feiern sie mit den Kolpingbannern in unseren Farben schwarz und orange, mit den Fahnen der europäischen Verbände, mit den wunderschön geschmückten Marienbildern, mit Orgelgebraus, Chorgesang und den vielen Stimmen der hier versammelten Gläubigen, die verschiedene Sprachen sprechen und doch geeint sind im Glauben, im Bewusstsein der Verpflichtung für den Frieden und im europäischen Geist. Sie hat etwas Mitreißendes, diese Andacht. Passt doch: Wir sind stark!“ Solche Aussagen seien in erster Linie Leitpfosten des Selbstverständnisses, Zielfor-mulierungen, Messlatten, die Kolping sich selbst gesteckt habe. Wir müssten uns fragen: Was mache „Kolping-Sein“ aus? Kolping habe die Not der Menschen gesehen und sich davon herausfordern lassen. „Sehe ich, wo es fehlt? In meiner unmittelbaren Umgebung, in unserer Gesellschaft, in Europa, in der Welt? Und wie geht es mir, wenn ich das wahrnehme?“, fragte der Geistliche. Lasse es mich gleichgültig oder dränge es mich, mich einzubringen in der kleinen und großen Öffentlichkeit, in der Arbeitswelt, in der Politik, im humanitären Einsatz?
Und wie
stehe es mit unserem Tun? „Wir sind nur
so stark wie unser Tun.“ Viele Kolpingmitglieder
engagierten sich für Senioren, andere für Familien und in der Jugendarbeit,
wieder andere organisierten Besuchsdienste, gingen regelmäßig in die
Krankenhäuser, motivierten Menschen für soziale Einsätze und die
Eine-Welt-Arbeit oder kümmerten sich um das Inventar ihrer Pfarrgemeinden
u.v.m. Nicht wenige seien engagiert in der Kommunalpolitik, einige sogar auf
höheren politischen Ebenen. „Das sind
Chancen, die wir haben, uns auch in den Wertedebatten unserer Tage zu Wort zu
melden“, so Präses Stengel
wörtlich.
Trotz allem Engagement, Adolph Kolping würde weiter fragen, und wir seien aufgefordert, es ihm gleich zu tun: „Wo kann ich in diesem Sinne stärker werden? Stärker durch die Tat. Kann ich auch andere, neue Leute gewinnen, die jetzt und auch in Zukunft mithelfen, diese wertvolle Arbeit zu sichern und auszuweiten? Gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wo andere schon etwas Gutes am Laufen haben? Wo gibt es neue Herausforderungen, auf die ich durch die Tat antworten kann? Welches ist die Herausforderung, die am besten zu meinen persönlichen Fähigkeiten passt?“
Maria könne uns hier Vorbild sein und ermutigen: „Maria ist stark durch das, was sie ist und durch das, was sie getan hat.“ Sie sei die ganz vom Geist Gottes Erfüllte, befähigt, das große Wort zu sprechen: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“ und den Erlöser in die Welt hinein zu gebären.
Maria merke auch, wo es fehlt. Bei der Hochzeit zu Kana sage sie: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Maria leite andere an, den Willen Jesu zu erfüllen: „Was er euch sagt, das tut.“ Maria sei treu auch in der Erfahrung bittersten Leidens: Mit Johannes stehe sie unter dem Kreuz, wo viele andere nicht zu finden waren. Und schließlich: Maria finde sich an der Seite derer, die um den heiligen Geist beten. Maria zeige uns ihre Stärken im Sein und in der Tat. So sei sie uns Vorbild und Richtschnur, wie wir im Glauben und in der Tat stark und zu Zeugen des Erlösers werden könnten.
Musikalisch wurde die Marienfeier von den Kirchenchören aus Hochspeyer und Thaleischweiler unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor i.R. Raimund Mattern (Kaiserslautern) gestaltet. Die Orgel spielte Steffen Mertel (Hochspeyer). Der Erlös der Kollekte in Höhe von 800,00 Euro kommt dem Bau von Kolping-Bildungs- und Sozialzentren in Axixá und Riachinho, Bundesstaat Tocantins / Nordbrasilien zugute.