Der Mensch
is
Obermohr: Diözesanversammlung des Kolpingwerkes – Klaus Butz: In Orientierung am Ursprung
neue Wege gehen
Obermohr / Kaiserslautern (15.06.2010 / tb). – „In Brasilien herrscht materielle Armut, bei uns vielerorts geistige Armut. Geist macht aber lebendig! Lasst uns die Türen unserer Herzen öffnen, damit der Geist Einzug halten kann“, rief der Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes im Bistum Speyer, Klaus Butz, Otterbach, den 100 Delegierten aus 60 Kolpingsfamilien zu, die im Bürgerhaus Obermohr zur regulären Diözesanversammlung zusammengekommen waren.

Diözesanvorsitzender Klaus Butz bei seinem Impulsvortrag.
Klaus Butz: „Das
Projekt von Kolping heißt der Mensch!“
Butz
warf einen Blick zurück auf den Diözesantag 2009 in Kindsbach und Landstuhl,
der unter dem Leitwort „UrSprung ins Leben“ neuen
Schwung und viel Motivation in den Verband hineingebracht habe. Der Diözesantag
sei ein deutliches Signal hinein in den kirchlichen und gesellschaftlichen Raum
gewesen: „Kolping lebt!“ Daran gelte es anzuknüpfen.
Er ermutigte die Kolpingsfamilien, sich zum Anwalt
für arme Menschen zu machen: „Das Projekt von Kolping
heißt der Mensch!“ Nur eine Kolpingsfamilie, die den
Menschen als Aufgabe sehe, seine menschenwürdige materielle Existenz wie sein
umfassende geistige und spirituelle Bildung, die sich einsetze für die
Schwachen und Randexistenzen unserer Gesellschaft, für die Alten, die arm und
allein sind, ebenso wie für die Jungen, die noch ihren Weg in ein
eigenständiges und erwachsenes Leben suchten, stehe in der Spur Adolph Kolpings.
Lebendige
Partnerschaft mit Menschen in Brasilien
Butz führte weiter aus, dass der, der sich wie Adolph Kolping von der Not des Menschen berühren lasse, auch seine Verantwortung spüre für die Schwestern und Brüder in den Ländern der sog. Dritten Welt. Er rief die Delegierten auf, im Engagement für die Armen dieser Welt nicht nachzulassen. Er dankte für die vielfältige und großzügige Unterstützung von Hilfsprojekten durch viele Kolpingsfamilien und einzelne Mitglieder. Butz berichtete von seinem Besuch im Bundesstaat Tocantins / Brasilien, wo er im Namen des Kolping-Diözesanverbandes Speyer mit dem Obra Kolping do Tocantins ein Partnerschaftsabkommen geschlossen hat, das Begegnung, Austausch sowie gegenseitige ideelle, spirituelle und materielle Hilfe vorsieht. Er bat um Unterstützung dieser „Partnerschaft der Herzen, die Menschen über Ozeane hinweg in einem gemeinsamen Geist und in einem gemeinsamen Ziel miteinander verbindet.“

Kolping-Pressesprecher Heinrich Wullhorst motiviert für
die Imagekampagne.
„Wir sind Kolping“
Heinrich Wullhorst, Köln, der Pressesprecher des Kolpingwerkes
Deutschland, stellte die Imagekampagne vor, die das Kolpingwerk
in diesen Tagen gestartet hat. Motto „Wir sind Kolping“.
Die bundesweite Kampagne ist in ihrer Startphase von der Kolpingfarbe
„orange“ bestimmt. Die Kernbegriffe der auf zwei Jahre angelegten Kampagne des
katholischen Sozialverbandes mit mehr als 265.000 Mitgliedern sind: Mut,
Begeisterung, Tatkraft, Freude, Gottvertrauen und Verantwortung. „Die Begriffe
spiegeln das wieder, was in unserem Verband gelebt wird, was das Kolpingwerk Deutschland schon seit seiner Gründung durch
den Priester und Sozialreformer Adolph Kolping (* 8.
Dezember 1813 in Kerpen bei Köln; † 4. Dezember 1865 in Köln) ausmacht und
worauf wir auch für die Zukunft bauen können“, erklärte Wullhorst,
der maßgeblich an der ideellen und organisatorischen Entwicklung der Kampagne
und ihrer Umsetzung beteiligt ist.
„Kolping –
ein lebendiger Verband“
„Für die 27 Diözesanverbände, ganz besonders für die 2700 Kolpingsfamilien vor Ort, bietet die Imagekampagne eine einzigartige Gelegenheit, Kolping in der Öffentlichkeit einmal anders zu präsentieren. Jedes der mehr als 265.000 Mitglieder kann sich im Rahmen der Kampagne einbringen. Jeder Aufkleber, der an unseren Autos klebt, jedes Plakat, das wir in Geschäften, Gaststätten oder an anderen Orten aufhängen zeigt: Kolping ist ein lebendiger Verband“, freute sich Klaus Butz, der die Kolpingsfamilien zu reger Beteiligung an der Kampagne aufrief.

"Kolping2015 - nachhaltig aktiv!"
Verbände – Kontaktstellen der Kirche
zur Gesellschaft
Der Diözesanvorsitzende hatte zuvor die Diözesanversammlung eröffnet und als weiteren Gast Diplomtheologin Susanne Laun, Leiterin der Abteilung Familien- und Erwachsenenseelsorge und Ansprechpartnerin für die Verbände im Bischöflichen Ordinariat Speyer, begrüßt. Laun betonte die Bedeutung der katholischen Verbände auch heute für die Kirche. Ihre Mitglieder engagierten sich nicht nur in und für lebendige Pfarrgemeinden. Wichtig sei auch das Engagement, das „nach außen“ gehe. Kirche müsse in die Gesellschaft hineingehen und hineinwirken, die Verbände seien wichtige Kontaktstellen der Kirche zur Gesellschaft.

In
seiner Einführung in den Rechenschaftsbericht skizzierte Butz wichtige
Ereignisse des verbandlichen Lebens im Jahr 2009, besonders den Diözesantag am
22. und 23. August in Kindsbach und Landstuhl. Er dankte allen Mitwirkenden,
ohne deren Einsatz dieser Tag nicht möglich gewesen wäre. Kaplan Carsten
Leinhäuser, Pirmasens, Geistlicher Leiter des Kolpingjugend,
berichtete von der Arbeit des Jugendleitungsteams. Diözesansekretär Thomas
Bettinger führte in den Finanzbericht ein, Manfred Weber, Mehlingen,
gab den Kassenprüfbericht. Nach kurzer Aussprache wurde der Diözesanvorstand einstimmig
entlastet. Anstelle von Johannes Scholz, Kaiserslautern wurde Agathe Geib, Heßheim, zur Kassenprüferin
gewählt. Diözesanvorsitzender Butz dankte dem Vorsitzenden Helmut Müller für
die herzliche Aufnahme und die reibungslose Organisation durch die Kolpingsfamilie Obermohr.
Das Kolpingwerk zählt in
der Diözese Speyer 6.800 Mitglieder in 68 örtlichen Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien. 1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt
und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat
der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping
und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 265.000 Mitglieder in 2.700
Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in 60 Ländern auf allen
Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch
handeln.“
Fotos:
bettinger.