Ein Schnellschuss, kein sozial
ausgewogenes Konzept
Kolping kritisiert Sparbeschlüsse der Bundesregierung - „Schere
zwischen arm und reich öffnet sich weiter“
Kaiserslautern
(11.06.2010 / rf / tb). - Das Kolpingwerk im
Bistum Speyer reagiert mit Befremden und Kritik auf die Sparbeschlüsse der
Bundesregierung: „Die angekündigten Kürzungen sind unausgewogen und ungerecht
und vergrößern die Kluft zwischen denen, die haben, und jenen, die nichts
haben“. Dennoch sei „die Rückkehr zu soliden Finanzen dringend geboten“, sagte Kolping-Diözesanvorsitzender Klaus Butz (Otterbach), „auch und vor allem um der Zukunft der jungen
Menschen und der kommenden Generationen willen“.
Die Eckpunkte
des Sparpaketes vermitteln nach Auffassung des Kolpingwerkes
im Bistum Speyer den Eindruck, dass gerade „bei den kleinen Leuten“ gespart
werde. „Es kann nicht sein, dass Schwache einseitig belastet und starke
Schultern nicht angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen
werden“ sagte Butz vor dem Diözesanvorstand seines Verbandes in Kaiserslautern.
Dagegen blieben „eine überfällige Steuererhöhung für Spitzenverdiener völlig
außen vor. Und ob die vom Kolpingwerk seit langem
geforderte Transaktionssteuer überhaupt kommt, ist fraglich und keineswegs
beschlossen.“
Der
Beauftragte für Gesellschaft und Politik im Diözesanvorstand des Kolpingwerkes, Diakon Andreas W. Stellmann (Heßheim), meinte weiter: „Die Schere zwischen arm und reich
öffnet sich durch diese Beschlüsse der Bundesregierung weiter“. Sicherlich
müsse gespart werden, dann aber müssten alle gesellschaftlichen Schichten
gleichermaßen in die Pflicht genommen werden. Die Rentenbeiträge für Hartz
IV-Empfänger zu streichen, bedeute doch, dass diese im Alter wieder auf
Sozialhilfe, d.h. auf staatliche „Almosen“, angewiesen sind. Bei den
„Schwachen“ zu sparen und die, die finanziell mehr leisten könnten, zu schonen,
sei der falsche Weg. Nicht nur bei diesem Sparpaket seien wir als Christen
gefordert, Lobbyarbeit zu leisten für diejenigen, die von Armut bedroht sind.
Dies gelte auch für die vorgesehene Streichung des Elterngeldes für besondere
Personengruppen: „Familienpolitische Leistungen zu streichen ist zutiefst
ungerecht und kurzsichtig“, sagte Stellmann: „Das Sparprogramm ist mehr ein
Schnellschuss als ein ausgewogenes Konzept.“