„Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“

Kaiserslautern: Kolpingwerk stellt neue Ökologische Leitlinien vor

Köln / Kaiserslautern (11.08.2010 / gs-tb). – „Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“ – unter dieses Motto hatte Papst Benedikt XVI. seine Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2010 gestellt. Die Bewahrung der Schöpfung steht auch im Mittelpunkt der auf der Generalratstagung des Internationalen Kolpingwerkes verabschiedeten Ökologischen Leitlinien, die das bisherige Grundsatzdokument aus dem Jahr 1991 ersetzen. Mit der Aktualisierung greift das Internationale Kolpingwerk aktuelle Entwicklungen in der Debatte um die Ökologie auf und bezieht die Erfahrungen ein, die der weltweit agierende Verband bisher bei seinem ökologischen Engagement hat sammeln können.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Eine Welt / Brasilien des Kolpingwerkes in der Diözese Speyer, der stellvertretende Diözesanpräses Pfarrer Jörg Stengel, Weilerbach, stellte dem Diözesanpräsidium die grundsätzlichen Überlegungen von KOLPING INTERNATIONAL zur Bewahrung der Schöpfung vor:

Nach einer Analyse der Ausgangsituation mit einer Beschreibung des Klimawandels, der Ressourcenverknappung und der Probleme der mittelfristigen Energieversorgung wird in den Leitlinien ein neues Denken eingefordert, in dem die Natur als Mitwelt erkannt und die besondere Verantwortung des Menschen verdeutlicht wird.

Im zweiten Teil der Ökologischen Leitlinien werden konkrete Anstöße beschrieben und die besondere Stellung des Menschen hervorgehoben. KOLPING INTERNATIONAL macht deutlich, dass die Bewahrung der Schöpfung den Schutz des menschlichen Lebens in allen Lebensphasen einschließt und die Humanökologie eng mit der Ökologie als Ganzes verknüpft ist. Im letzten Teil werden konkrete Aufgaben formuliert, wie der Schutz der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie der Umgang mit Ressourcen.

Für Pfarrer Stengel bedeuten diese Leitlinien eine dreifache Herausforderung für die Kolpingsfamilien und ihre Mitglieder:

1.    Durch Bildung und Motivation müssen die Mitglieder über die Probleme der Umwelt und über ökologische Zusammenhänge informiert und geschult werden;

2.    durch ganz konkrete Aktionen setzen die Kolpingsfamilien und die verbandlichen Gliederungen Zeichen für einen aktiven Umweltschutz;

3.    das Kolpingwerk als Verband setzt sich auch in der gesellschaftspolitischen Debatte für Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung ein.

Der Geistliche rief die Kolpingsfamilien im Bistum Speyer auf, sich intensiv mit den neuen ökologischen Leitlinien auseinanderzusetzen und nach Wegen zu suchen, sie entsprechend dem Motto „Global denken, lokal handeln“ an ihrem Ort, in ihrem Umfeld umzusetzen. Er begrüßte ausdrücklich die Kurzformeln, mit in denen die wesentlichen Aussagen der Ökologischen Leitlinien und die Aufgaben des Kolpingwerkes zusammengefasst sind:

1.    Wir anerkennen die besondere Stellung und Verantwortung des Menschen in der Schöpfungsordnung und seine Verantwortung für die Natur als Mitwelt.

2.    Wir setzen uns ein für den Schutz des menschlichen Lebens in allen Lebensphasen und die Sicherung der Menschenwürde.

3.    Wir unterstützen Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

4.    Wir fördern einen verantwortlichen Umgang mit der Energie und den Ausbau erneuerbarer Energien.

5.    Wir treten ein gegen einen Patentschutz auf Leben.

6.    Wir tragen durch unsere Bildungsarbeit dazu bei, die Menschen für einen schonenden Umgang mit der Natur zu sensibilisieren und auf konkrete Maßnahmen gegen die Umweltzerstörung hinzuweisen.

7.    Wir initiieren konkrete Aktionen zum Umweltschutz und zur Erhaltung der Artenvielfalt.

8.    Wir regen einen nachhaltigen und umweltverträglichen Lebensstil an.

 

Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.700 Mitglieder in 68 örtlichen Vereinen, den Kolpingsfamilien. 1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 264.000 Mitglieder in 2.700 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“