„Willst
Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“
Kaiserslautern: Kolpingwerk stellt neue Ökologische
Leitlinien vor
Köln / Kaiserslautern
(11.08.2010 / gs-tb). – „Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“
– unter dieses Motto hatte Papst Benedikt XVI. seine Botschaft zum
Weltfriedenstag am
Der Vorsitzende des
Arbeitskreises Eine Welt / Brasilien des Kolpingwerkes in der Diözese Speyer,
der stellvertretende Diözesanpräses Pfarrer Jörg Stengel, Weilerbach, stellte
dem Diözesanpräsidium die grundsätzlichen Überlegungen von KOLPING
INTERNATIONAL zur Bewahrung der Schöpfung vor:
Nach einer Analyse
der Ausgangsituation mit einer Beschreibung des Klimawandels, der Ressourcenverknappung
und der Probleme der mittelfristigen Energieversorgung wird in den Leitlinien
ein neues Denken eingefordert, in dem die Natur als Mitwelt erkannt und die
besondere Verantwortung des Menschen verdeutlicht wird.
Im zweiten Teil der
Ökologischen Leitlinien werden konkrete Anstöße beschrieben und die besondere
Stellung des Menschen hervorgehoben. KOLPING INTERNATIONAL macht deutlich, dass
die Bewahrung der Schöpfung den Schutz des menschlichen Lebens in allen
Lebensphasen einschließt und die Humanökologie eng mit der Ökologie als Ganzes
verknüpft ist. Im letzten Teil werden konkrete Aufgaben formuliert, wie der
Schutz der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie der Umgang mit Ressourcen.
Für Pfarrer Stengel
bedeuten diese Leitlinien eine dreifache Herausforderung für die Kolpingsfamilien
und ihre Mitglieder:
1.
Durch
Bildung und Motivation müssen die Mitglieder über die Probleme der Umwelt und
über ökologische Zusammenhänge informiert und geschult werden;
2.
durch
ganz konkrete Aktionen setzen die Kolpingsfamilien und die verbandlichen
Gliederungen Zeichen für einen aktiven Umweltschutz;
3.
das
Kolpingwerk als Verband setzt sich auch in der gesellschaftspolitischen Debatte
für Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung ein.
Der Geistliche rief
die Kolpingsfamilien im Bistum Speyer auf, sich intensiv mit den neuen ökologischen
Leitlinien auseinanderzusetzen und nach Wegen zu suchen, sie entsprechend dem
Motto „Global denken, lokal handeln“ an ihrem Ort, in ihrem Umfeld umzusetzen.
Er begrüßte ausdrücklich die Kurzformeln, mit in denen die wesentlichen
Aussagen der Ökologischen Leitlinien und die Aufgaben des Kolpingwerkes zusammengefasst
sind:
1.
Wir
anerkennen die besondere Stellung und Verantwortung des Menschen in der
Schöpfungsordnung und seine Verantwortung für die Natur als Mitwelt.
2.
Wir
setzen uns ein für den Schutz des menschlichen Lebens in allen Lebensphasen und
die Sicherung der Menschenwürde.
3.
Wir
unterstützen Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.
4.
Wir
fördern einen verantwortlichen Umgang mit der Energie und den Ausbau
erneuerbarer Energien.
5.
Wir
treten ein gegen einen Patentschutz auf Leben.
6.
Wir
tragen durch unsere Bildungsarbeit dazu bei, die Menschen für einen schonenden
Umgang mit der Natur zu sensibilisieren und auf konkrete Maßnahmen gegen die
Umweltzerstörung hinzuweisen.
7.
Wir
initiieren konkrete Aktionen zum Umweltschutz und zur Erhaltung der
Artenvielfalt.
8.
Wir
regen einen nachhaltigen und umweltverträglichen Lebensstil an.
Das
Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.700 Mitglieder in 68 örtlichen Vereinen,
den Kolpingsfamilien. 1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der
Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf Adolph Kolping
und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 264.000 Mitglieder in 2.700
Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in 60
Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben –
Solidarisch handeln.“