Partnerschaftsvertrag
zwischen Kolping Speyer und Kolping
Tocantins (Brasilien)
Klaus Butz: Begegnung über Ozeane hinweg bereichert die
Menschen und schafft Frieden in der Welt
Kaiserslautern (09.04.2010 / tb) - Trotz Strapazen - immer noch strahlten die Augen, als die drei Delegierten des Diözesanverbandes Speyer nach langem Flug in Frankfurt landeten: Diözesanvorsitzender Klaus Butz, Otterbach, Verbandsbürgermeister Walter Rung, Hochspeyer, und Pfarrer Jörg Stengel, stellvertretender Diözesanpräses, Weilerbach, kamen von einer Reise zurück, die erlebnis- und bilderreich, anstrengend und belastend, aber auch befreiend und motivierend war: 11 Tage Brasilien – unvergesslich.

Klaus
Butz, li., und Walter Rung, re., im Gespräch mit Pe. Paulo Link,
Nationalpräses
des Obra Kolping do Brasil.
Auftrag der Gruppe war es, nach Gesprächen mit der Nationalleitung des brasilianischen Kolpingwerkes in Sao Paulo, vor allem mit Natioanlpräses Padre Paulo Link und Geschäftsführerin Sonia Guilherme Teixeira, im Bundesstaat Tocantins mit den dortigen „Comunidades Kolping“ (CK), d.h. Kolpinggemeinschaften, Kontakt aufzunehmen und in Gesprächen mit den Verantwortlichen die Grundlage eine zukünftigen nachhaltigen Zusammenarbeit zu finden. Anlass war das Jahrestreffen der sechs Comunidades Kolping, die es bisher in diesem Bundesstaat gibt, der zur Region Nordbrasilien gehört. Diese Konferenz fand in Esperantina, im nördlichsten Zipfel von Tocantins, dem sog. bico de papagaio (Papageienschnabel) statt, wo eine Gruppe um Walter Rung und Präses Stengel im Oktober 2008 gemeinsam mit den brasilianischen Freunden der CK Santa Terezinha / Esperantina ein Kolpinghaus errichtet hatten, das als Begegnungs-, Sozial- und Bildungszentrum rege in Gebrauch ist. In diesem Haus, ein Symbol der Verbundenheit und Zusammenarbeit zwischen Kolping Speyer und Kolping Tocantins, fanden die Beratungen der Comunidades Kolping mit den Speyerer Delegierten und Sonia Guilherme als Vertreterin des Nationalverbandes statt.
Am Ende der Diskussionen wurden zwei weitreichende Beschlüsse gefasst: Die sechs Kolpinggemeinschaften schlossen sich zu einem Landesverband zusammen, in dem sie sich gegenseitig unterstützen, in ihrem Vereinsleben und Engagement fördern und weitere Kolpinggemeinschaften gründen wollen. Zur Vorsitzenden wurde Fátima Dourado von CK Palmas gewählt, die sich lange schon mit großer Leidenschaft für Aufbau und Entwicklung des Kolpingwerkes in Tocantins eingesetzt hat. Sie hat die ersten Kontakte in die Pfalz geknüpft und auch das Projekt Kolpinghaus Esperantina mit auf den Weg gebracht. Klaus Butz gratulierte ihr herzlich im Namen des Diözesanverbandes Speyer.
Klaus Butz unterzeichnet
das Partnerschaftsabkommen mit dem Obra Kolping do To-
cantins. Links Fátima Dourado, Landesvorsitzende des Obra Kolping do
Tocantins,
ganz rechts Sonia Guilherme, die Geschäftsführerin des nationalen
Kolpingwerkes in
Brasilien.
Weiter wurde die Partnerschaft mit dem Diözesanverband Speyer beschlossen und mit der Unterzeichnung eines Partnerschaftsabkommens besiegelt. Für den Diözesanverband Speyer unterzeichnete Vorsitzender Klaus Butz, für das Obra Kolping de Tocantins die neue Vorsitzende Fátima und für das Obra Kolping do Brasil Sonia Guilherme. In dem Vertrag halten die Partner fest, ihrer Freundschaft und Zusammenarbeit ein verbindliches Fundament zu geben, um dem gemeinsamen Engagement Nachhaltigkeit zu sichern und so an einer guten Zukunft für die Menschen zu bauen. Sie wissen sich verbunden im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus und in der Nachfolge Adolph Kolpings, der sich besonders dem armen Menschen in der Welt der Arbeit zugewandt hat (Option für die Armen). In der Spur Kolpings wollen die Partner beitragen, dass der in seinen Lebenschancen benachteiligte Mensch teilhat an den Gütern der Welt, vor allem an Wissen, Bildung und wahrer Religion sowie an der verantwortlichen Mitgestaltung von Gesellschaft und Umwelt (Partizipation). Sie wollen dies erreichen durch viele Formen und Weisen der Begegnung und des Austauschs, u.a. durch
· gegenseitige Besuche und Informationsgespräche
· Arbeitseinsätze Erwachsener und Workcamps der Kolpingjugend
· Partizipation am sozialen, kulturellen und spirituellen Leben des Partners (gemeinsam lernen und arbeiten, beten und feiern)
· das miteinander Nachdenken und Ringen um Ideen und kreative Konzepte zur Gestaltung der sozialen Wirklichkeit, besonders der Arbeitswelt und der Welt der Familie
· Transfer von Wissen und materiellen Gütern
· ideelle und finanzielle Unterstützung von Projekten der Kolpinggemeinschaften zur beruflichen, sozialen, politischen und religiösen Bildung (Sozial- und Bildungszentren), zur Schaffung von Arbeitsplätzen (Betrieben) u.a.
· durch Ermutigung und Schaffung von Möglichkeiten zum Erwerb sprachlicher Kompetenz, zum Erlernen der deutschen und portugiesischen Sprache
· Praktikantenstellen für junge Menschen im jeweiligen Partnerland
Diözesanvorsitzender Klaus Butz, die Landesvorsitzende Fátima Dourado und Sonia Guilherme vom nationalen brasilianischen Kolpingwerk sehen in diesem Abkommen einen wichtigen Baustein zum Frieden zwischen den Völkern, für eine gerechtere Welt und für die Bewahrung der Schöpfung, damit alle Menschen teilhaben können an den Lebensressourcen der Einen Welt – heute und in Zukunft. Mit herzlichen Umarmungen, mit dem Singen des Kolpingliedes und mit gemeinsamem Tanz erhielt die Freundschaft zwischen deutschen und brasilianischen Kolpingschwestern und –brüdern ihren augenfälligen und authentischen Ausdruck.
Konferenzteilnehmer vor
dem Kolpinghaus der CK Santa Terezinha / Esperantina. Es
wurde 2008 durch eine Gruppe von Kolpingmitgliedern um Walter Rung und
Pfarrer
Jörg Stengel gebaut.
Bei Partner wollen in naher Zukunft ihre – auch sprachliche – Kommunikation verbessern und vertiefen. In Kaiserslautern wird der Arbeitskreis Eine Welt / Brasilien Ideen und Projekte zur konkreten Ausgestaltung des Abkommens erarbeiten.