Kolping Landesverband
Rheinland-Pfalz begrüßt Vorstoß für Familien-Pflegezeit
„Auch die Gesellschaft mit in die
Verantwortung nehmen“
Kaiserslautern (15.03.2010 / rf). Der Kolping-Landesverband
Rheinland-Pfalz begrüßt grundsätzlich den vor wenigen
Tagen bekannt gewordenen Vorschlag von Bundesfamilienministerin Kristina
Schröder auf Rechtsanspruch für Familien-Pflegezeit. „Dem sich abzeichnenden
Pflegenotstand kann nur dann begegnet werden, wenn jeder Vorstoß dem abzuhelfen
wirklich auch ernsthaft geprüft wird“, erklärte Landesvorsitzender Klaus Butz (Otterbach) auf einer Vorstandssitzung seines Verbandes in
Kaiserslautern. Frau Schröder schlägt vor, dass Arbeitnehmer zur Pflege ihrer
Angehörigen zwei Jahre lang halb arbeiten und in dieser Zeit drei Viertel des
Gehalts beziehen. Nach dieser Pflegezeit bekämen sie bei voller Arbeitszeit so
lange 75 Prozent des Gehalts bis das Zeit- und Gehaltskonto wieder ausgeglichen
ist.
Nach Auffassung des Kolpingwerkes
ist die Pflege von Angehörigen jedoch auch eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe, die nicht allein von den betroffenen Angehörigen bewältigt werden
kann. Um den Pflegenotstand wirklich nachhaltig zu lindern, müssten „alle ran“.
Beim jetzt vorliegenden Vorschlag von Frau Ministerin Kristina Schröder sollen
aber keineswegs der Staat und die Gesellschaft dafür „gerade stehen“, sondern
Arbeitnehmer, insbesondere Frauen als pflegende Angehörige und die Unternehmen.
Das kann nach Auffassung des Kolpingwerkes „nicht das
letzte Wort sein“. Wenn Frau Schröder den Pflegenotstand tatsächlich bekämpfen
will, müsse sie für diese Idee auch bereit sein, die „Gesellschaft mit in die
Verantwortung“ zu nehmen.
Eine beträchtliche Erleichterung für die
familiäre Pflege könnte nach Auffassung des Stellvertretenden
Landesvorsitzenden Richard Feichtner (Trier) die
Einführung einer Pflegezeitregelung entsprechend der Absicherung wie für junge
Eltern mit Elternzeit und Elterngeld sein. Mit einer solchen Lösung könnten die
Rahmenbedingungen für die häusliche Pflege nachhaltig verbessert werden.
Das Kolpingwerk
zählt in Rheinland-Pfalz und Saarland über 15.000 Mitglieder in 200 örtlichen
Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien. In der Diözese
Speyer gehören dem Verband 6.700 Mitglieder in 68 Kolpingsfamilien
an. Weltweit engagieren sich im Kolpingwerk 500.000
Mitglieder in 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“
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Kolpingwerk Diözesanverband Speyer
Dipl.-Theol.
Thomas Bettinger
Diözesansekretär und Bildungsreferent
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