Von Wien nach Texas

Herbstkonzert der Kolpingmusikkapelle Oggersheim

Mit der pompösen, sich an den Musikstil von Wagner und Bruckner anlehnenden  „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauß, begann das mit Spannung erwartete Jahreskonzert der Kolpingkapelle Oggersheim. Erstmals unter der Leitung von Markus Müller stehend, wurde den Zuhörern deutlich, welche Spielintensität, Dynamik und Rhythmik er den Musikerinnen und Musikern  entlocken kann. Diese Spielweise von modernen (symphonischen) Blasmusikarrangements begeisterte die Zuhörer in der voll besetzten Christ König-Kirche in Oggersheim.

Ein völlig neues Klangerlebnis bot sich bei dem Stück „Highland Cathedral“, das die geheimnisvolle Berg - und  Seenwelt Schottlands beschreibt, durch den Einsatz eines Dudelsacks, der die Melodieführung übernimmt und  sich klanglich über das dezente Spiel der Kapelle legt. Das hervorragende Dudelsackspiel von Martina Feuerstein führte zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Bei Ennio Morricones „Moment for Morricone“ herrschte knisternde Spannung von Beginn des Stückes an. Die komplizierte Rhythmik und die häufigen Tempowechsel wurden hervorragend gemeistert. Das Publikum fühlte sich live in den Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ versetzt und sah in seinem geistigen Auge die Weiten Texas´ vor sich, aber auch die unerwartete, für uns unverständliche Gelassenheit, die kurz vor der Hinrichtung des Filmhelden (dieser spielt im Film die Mundharmonika) herrscht. Der Titel die „Maske des Zorro“ knüpfte nahtlos daran an.

Im zweiten Teil des Konzertes ging es mit dem Stück „Walzerperlen“ von Johann Strauß schunkelnd zurück nach Wien,  bevor die musikalische Reise bei Melodien aus dem Musical „Starlight Express“ halt machte. Das Arrangement ließ den Musikerinnen und Musikern viel Platz zur Entfaltung ihrer solistischen Fähigkeiten, die sie dem Publikum auch gekonnt zeigten. Tollen Bigband Sound zelebrierte die Kapelle mit einem Medley von Udo Jürgens.

Begeisterter Applaus war der verdiente Lohn für das gelungene Konzert, das von Günter Reichard mit vielen Informationen und verschiedenen Anekdoten zu den einzelnen Stücken gekonnt moderiert und umrahmt wurde. Karl Reichert, der 21 Jahre die Kapelle leitete, wurde während des Konzerts zum Ehrendirigenten ernannt, außerdem überraschte der Saxophonsatz seinen Mitspieler  Gerhard Krahn mit einem Ständchen zu seinem 50 jährigen Musikerjubiläum.

Ein besonderer Dank gilt den Geschäftsführerinnen Ulrike Bender und Birgit Stauder für die hervorragende Planung und Durchführung des Konzerts. (Joachim Fahrnbach)