Alles eine große Familie! 
Die Kolpingsfamilie Schifferstadt bringt Menschen in Bewegung und Familien in Schwung

Sie spielen erfolgreich Fussball, tanzen, spielen Theater und singen am Lagerfeuer, sie bilden eigene Gruppen mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten und sind doch ein großes Ganzes: die Mitglieder der Kolpingsfamilie Schifferstadt. „Unsere Kolpingsfamilie wird größer und größer", sagt Andreas Scheffner (45), Mitglied im Vorstand der Kolpingsfamilie.

Ein Grund sieht er darin, dass die Kolpingsfamilie, mit über 600 Mitgliedern die bei weitem stärkste Kolpinggemeinschaft in der Diözese Speyer, eine lebendige Gemeinschaft ist, in der Alt und Jung begeistert und begeisternd gemeinsame Sache machen, ob beim Vater-Kind-Zelten, beim Klettern mit den Müttern in den Bäumen des Kletterwaldes bei Speyer oder in der Tanzsportabteilung „Twisters", die z.Zt. aus ca. 120 aktiven Tänzerinnen und Tänzern besteht. Auch bei der Kolpingtheatergruppe ist das Alter kein Hemmschuh: Die Senioren bauen die Kulissen, die Jungen sorgen für das Wohl und „die Mitte" spielt!

„Rock-And-Roll-Time": Die Erwachsenengruppe der „Twisters" im Outfit der Fünfziger Jahre.

Ein ausgezeichneter Botschafter für die Kolpingsfamilie in Stadt und Land sind die „Twisters". Gegründet 2002 gibt es die Tanzsportabteilung als Gruppe innerhalb der Kolpingsfamilie seit 2004. Sie wird von dem Ehepaar Daniela und Andreas Scheffner geleitet, die auch als Tanztrainer wirken. Die „Twisters" tanzen Turniere in drei Altersklassen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dazu gibt es einen Breitensporttanzkreis, in dem die Eltern der Kinder und Ehepaare tanzen. Die „Twisters" haben ein erstaunliches Wachstum erfahren, und das nicht nur weil es allen einen riesigen Spaß macht und die Erfolge bei den Turnieren nicht ausbleiben, sondern auch weil sich jedes Mitglied, jung wie alt, in der Kolpingsfamilie zu Hause fühlt. Veranstaltungen wie die Weihnachtsfeier, zu der bis zu 220 Teilnehmer zusammenfinden, der Kolpinggedenktag, bei dem sich die Kinder um das Bannertragen streiten, oder bei Pfarrfesten und Aktivitäten wie Seniorennachmittag oder Sommerfeste – immer gibt es einen Anlass, zusammen zu feiern und zu arbeiten, aber auch zu trauern und zu beten.

Die Jugendgruppe der „Twisters".

Beim Diözesantag des Kolpingwerkes am 22./23. August 2009 in Kindsbach und Landstuhl werden die „Twisters" mitmachen und mit einem Tanz-Workshop Schwung in den Verband bringen. Sie sorgen dafür, dass das Leitwort des Tages praktisch erfahrbar wird: „UrSprung ins Leben".

Die Kolpingsfamilie Schifferstadt hat es geschafft, in den letzten fünf Jahren alle Gruppen von der Fußballabteilung bis zu den Senioren so zusammenzuführen, dass es große Schnittmengen und eine funktionierende Kommunikation zwischen ihnen gibt. Alle Gruppen sind im Vorstand der Kolpingsfamilie präsent; sie bringen dort nicht nur ihre Bedürfnisse und Interessen ein, sondern nehmen auch die Anliegen der Kolpingsfamilie mit in ihre Gruppen.

Und wenn der Vorstand ruft, dann scheut sich keiner vor der Arbeit. Wenn es heißt „Kulinarische Weinprobe", sind alle gleich zur Stelle. Die Eltern und Großeltern lassen sich von Wein, Käse und sonstigen Köstlichkeiten verwöhnen und die Jugend übernimmt die Bewirtschaftung bis hin zum professionellen Präsentieren des Weines; Gedichte und Anekdoten dürfen dabei nicht fehlen. Beim Seniorennachmittag tanzen die „Twister-Kids", beim Pfarrfest übernehmen die "Jugru", eine weitere Jugendgruppe der Kolpingsfamilie, die Verköstigung der Gäste. Auch die Unterstützung für das Kinderheim in Iquique / Chile wird von den Gruppen mitgetragen. Hier arbeiten und sammeln alle mit, und so kommt jedes Jahr eine erhebliche Summe zusammen, die dann per Bote oder persönlich mit eine ganzen Delegation überbracht wird.

Ein Termin ist immer der Höhepunkt im Jahr, nicht nur für die Kolpingsfamilie, sondern für ganz Schifferstadt: das Vater-Kind-Zeltlager in Hauenstein. „An diesem Wochenende ist niemand mehr in der Stadt", sagt Daniela Scheffner: Das Vater-Kind-Zeltlager ist eine Institution: Mehrere hundert Teilnehmer, Väter mit ihren Kindern, nehmen alljährlich am Lagerleben in der Südpfalz teil. Da sind die Fußballer mit dabei, die Tänzer von den „Twisters", die Senioren stehen in der Küche. Im letzten Jahr fand das 25-jährige Jubiläum statt und es kamen 521 (!) Teilnehmer. Und die Mütter? Während das Lagerfeuer nie ausgeht, gehen sie in Urlaub.

Vater-Kind-Zeltlager: Unverkennbar ein Kolping-Zeltlager.

Die Kolpingsfamilie Schifferstadt ist nicht nur erfolgreich im Fußball und Tanzsport, auch ihre Theatergruppe, die alle zwei Jahre ein neues Stück auf die Bühne bringt, tut dies unter Beifall der Öffentlichkeit, die Seniorenfahrten sind beliebt und anerkannt. Entscheidend ist der Geist, der in allen Gruppen spürbar ist, das, was man das „Kolpingspezifische" nennen kann: Kolpings Gedankengut, sein Glaube und seine Kirchlichkeit, seine Menschlichkeit und sein Engagement gerade für die, die nicht so viel haben, lebt in ihnen allen. Kann ein Kind, Student oder auch eine Familie sich den Betrag für eine dieser Gruppen nicht leisten, wird dieser auf alle verteilt und übernommen, und es klappt wunderbar. In den Kinder- und Jugendgruppen wird Adolph Kolping vorgestellt, mit seiner Idee und seinem Werk vertraut gemacht. In den Gruppen und im Ganzen der Kolpingsfamilie ist das zu finden, was das Leitbild des Kolpingwerkes „familienhafte Gemeinschaft" nennt. Und diese Gemeinschaft engagiert sich für das Wohl des Einzelnen wie das Gemeinwohl, für Gemeinde und Pfarrei. Und bei allem, z.B. auf den Tanzturnieren des Deutschen Turner Bundes, ist das Kolpingabzeichen sichtbar präsent. Und so melden sich ganze Familien bei der Kolpingsfamilie an. Von der Oma bis zum Enkelkind sind alle dabei. Wie sagt Andreas Scheffner: „Alles eine große Familie!"