KOLPING
intensiviert internationale Partnerschaftsarbeit
Arbeitskreis Eine
Welt gegründet – Schwerpunkt: Brasilien
Kaiserslautern (10.12.2009 / tb). Mit der Gründung eines Arbeitskreises „Eine Welt“ will das Kolpingwerk in der Diözese Speyer seine internationale Partnerschaftsarbeit verstärken und noch effizienter organisieren. Der Arbeitskreis soll sich künftig im Auftrag des Diözesanvorstandes intensiv mit allen Fragen der Eine-Welt-Arbeit des Verbandes befassen, Ideen, Projekte und Aktionen erarbeiten sowie Vorschläge zur Umsetzung in den örtlichen Kolpingsfamilien und auf der diözesanen Ebene unterbreiten. Schwerpunktland bleibt Brasilien.
Pfarrer Jörg Stengel,
stellvertretender Diözesanpräses
Die Leitung des Arbeitskreises hat Pfarrer Jörg Stengel, Weilerbach, der stellvertretende Diözesanpräses, übernommen. Dem Gremium gehören u.a. an der Diözesanvorsitzende Klaus Butz, Weilerbach, der Diözesanehrenvorsitzende Rolf Schäfer, Oggersheim, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hochspeyer, Walter Rung, Diözesansekretär Thomas Bettinger und Mitglieder der Workcamp-Einsatzgruppen von 1989 bis 2008. Eingeladen zur Mitarbeit sind alle Brasilien-Begeisterte und Interessenten an der Kolping-Partnerschaftsarbeit.
Erste Aufgabenstellung des Arbeitskreises ist die Ausarbeitung eines Partnerschaftsvertrages zwischen dem Kolpingwerk Brasilien, dem Obra Kolping do Brasil, und dem Diözesanverband Speyer, der im Frühjahr 2010 in Brasilien unterzeichnet werden soll. „Wir wollen künftig einen regionalen Schwerpunkt setzen und den Aufbau des Kolpingwerkes in Nordbrasilien ideell und materiell fördern“, sagte Pfarrer Stengel. „Beginnen wollen wir im Bundesstaat Tocantins, in dem wir im vergangenen Jahr ein Projekt begonnen haben.“ Eine Gruppe Erwachsener um Bürgermeister Walter Rung hat im Oktober 2008 in Esperantina, gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Kolpingsfamilie, der Comunidade Kolping (CK) Esprantina, ein Kolping-Bildungs- und Begegnungszentrum errichtet, dessen weitere Ausstattung nun vom Diözesanverband Speyer finanziert wird. Auch werde man die Comunidade Kolping Palmas unterstützen sowie alle weiteren Gründungsaktivitäten in Tocantins begleiten. Insbesondere die Förderung der schulischen und beruflichen Bildung, der Aufbau von Handwerksbetrieben und die Schaffung von Arbeitsplätzen sei Anliegen des katholischen Sozialverbandes, der sich in der Nachfolge Adolph Kolpings dem Weltgestaltungsauftrag der Christen verpflichtet und in die Arbeitswelt gesandt weiß.
„Freundschaft ist ein zentrales Wort in unserer Partnerschaftsarbeit“, sagt der Diözesanvorsitzende Klaus Butz. In vielen Begegnungen, in der Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten seien echte Freundschaften entstanden. Fundament dieser Freundschaft sei das gemeinsame Ideal, das Beispiel und Werk Adolph Kolpings, sowie ein Glaube, der ganz aus einer vitalen Christusbeziehung lebt. Butz erwähnt das große persönliche Engagement des langjährigen Dözesanvorsitzenden Rolf Schäfer, der über viele Jahre mit seiner Frau Elisabeth die Partnerschaftsarbeit mit Leben erfüllt und geprägt habe. Der Arbeitskreis werde dazu beitragen, die gewachsenen Freundschaftsbande zwischen den Menschen aus Brasilien und der Pfalz zu festigen und neue entstehen zu lassen: „Es sollen wieder regelmäßig Workcamps in Brasilien stattfinden, bei denen junge – aber auch ältere - Menschen etwas erleben können, ein Abenteuer, aber auch eine prägende Welt- und Menschenerfahrung, die für ihr weiteres Leben bedeutsam ist.“ Der AK wird für künftige Arbeitseinsätze Impulse setzen und die Rahmenbedingungen schaffen.
Ein weiteres Schwerpunktthema des Arbeitskreises werden Aufbau und Stärkung der haupt- und ehrenamtlichen Verbandsstruktur in Brasilien sein. Nur ein starker, funktionierender Verband werde den Herausforderungen im Schwellenland Brasilien, in dem die meisten Menschen nach wie vor in großer Armut leben, gerecht werden können.
Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 6.700 Mitglieder in
68 örtlichen Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien.
1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend
an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt,
264.000 Mitglieder in 2.700 Kolpingsfamilien.
Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in
60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben
– Solidarisch handeln.“