„Ohne Freude kann das Menschenherz nicht sein“ (Adolph Kolping)

Kaiserslautern: Leo Heim ist mit Leib und Seele „Fassenachter“ und Kolpingmann

Wenn andere an Weihnachten denken, schreibt Leo Heim bereits am Programm für die große Fastnachts-Prunksitzung der Kolpingsfamilie Kaiserslautern-Zentral. „Die Vorbereitung für die Fastnacht muss früh beginnen. Es wird immer schwieriger Aktive zu finden. Viele Telefongespräche sind notwendig, um Absprachen zutreffen und alle organisatorischen Dinge zu richten“, sagt der 66jährige Lauterer, der seit einem viertel Jahrhundert aktiv die „fünfte Jahreszeit“ in seiner Heimatstadt mitgestaltet.

 

Leo Heim, der Lauterer Sitzungspräsident.

Fastnacht bedeutet für ihn Humor und Lebensfreude. Sie will Menschen vom Alltag, den täglichen Sorgen ablenken. Fastnacht heißt für den engagierten Katholiken in Gemeinschaft zu feiern, Frohsinn zu verbreiten. „Humor ist viel Wahrheit und Weisheit zugleich. Wer ihn besitzt, ist trotz Armut steinreich“, davon ist er überzeugt, und das motiviert ihn immer wieder, die immensen Anstrengungen einer Prunksitzung auf sich zu nehmen. Dabei ist Heim stets bemüht, „unsere Kolpingfastnacht“ von anderen Sitzungen zu unterscheiden. Das Niveau der Sitzung dürfe nicht unter die Gürtellinie absinken. Es müsse erkennbar bleiben, dass hier eine christliche Gemeinschaft feiere.

Heim zitiert den bekannten Satz von Adolph Kolping: „Ohne Freude kann das Menschenherz nicht sein.“ Fastnacht oder, wie man in der Westpfalz sagt, „Fassenacht“ sei ein Stück Lebensfreude und habe somit ihren natürlichen Ort in der Kolpingsfamilie. Und als Christ glaube er fest, dass Frohsinn zu unserem Leben dazugehöre. „Der Mensch gewordene Heiland in der Krippe ist unsere Freude“, sagt der Karnevalist, noch geprägt von den Tagen der Weihnachtszeit. Leo Heim strahlt es aus: Menschen zum Lachen zu bringen, ihnen Freude zu vermitteln, ist ein gelebtes Stück Evangelium – Frohbotschaft. Wie soll die Frohe Botschaft authentisch werden, wenn die Menschen, die sie verkünden, nicht von ihrer Freude geprägt sind und sie an andere weitergeben? Aschermittwoch gibt es sicher genug im Alltag! Und: „Bei all unserem Feiern verlieren wir nie in unserer Kolpingsfamilie den Blick für Menschen in Not. Davon zeugen viele soziale Projekte, die wir im Laufe des Jahres unterstützen“, betont das langjährige Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie Kaiserslautern-Zentral. Ein freudiges Herz engagiert sich eben gern für andere!

Seine ersten Schritte als „Fassenachter“ hat Heim 1980 in seiner Pfarrei Christkönig gemacht. Dort hat er einige Jahre mit vielen aktiven Jugendlichen gefeiert. Seit 1992 ist der gelernte Fleischer und Bereichsleiter Fleisch bei einer Lebensmittelhandelskette Mitglied der Kolpingsfamilie Kaiserslautern-Zentral. Der damalige Sitzungsspräsident, Alfred Hill, hat ihn gleich als Elferrat und Zeremonienmeister eingesetzt. 1998 übernimmt er selbst mit viel Zuspruch und Unterstützung, ganz besonders von dem Ehrenvorsitzenden Norbert Thines, dem ehemaligen Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern, dieses Amt.

 

Der Elferrat der Kolpingsfamilie Kaiserslautern-ZentraL: 
Leo Heim (5.v.re.), Norbert Thines (3.v.re.), Hans-Georg Mader, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie (2.v.re.)

Das Feiern stärke den Gemeinschaftsgeist in der Kolpingsfamilie, betont der leidenschaftliche Pferdefreund, der mit seinen Pferden auch an Fastnachts- und Kirmesumzügen teilnimmt. Die Fastnacht bringe Menschen in Bewegung. Die Prunksitzung brauche immer viele Helfer, die Bühne auf- und abzubauen, den Saal zu schmücken, Büttenreden müssten geschrieben werden u.s.w. Sehr dankbar ist er für die Arbeit der Senioren und altgedienten Elferräte; sie bringen immer ihre Erfahrungen ein. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Kolpingsfamilien und Gruppen, der Pfarrgemeinde und Vereinen ist wertvoll. Im Laufe der Zeit habe er viele Freunde gefunden. Fastnacht verbindet!

 

Leo Heim (re.), der Pferdefreund: Mit seinem Gespann bei einem Kerweumzug.

Wie lange noch will er machen? Das liege ganz in Gottes Hand. Die Freude an der „Fassenacht“ ist größer als die damit verbundene Last. Sein Wunsch ist, dass mehr jugendlicher Nachwuchs zur Fastnacht findet und Freude an ihr hat.

 

Fotos: privat.