Zupacken - helfen - aufbauen
Rolf
Schäfer ist fasziniert von Brasilien
Mit
einer Begegnung fing alles an: Im Anschluß an die Seligsprechung Adolph
Kolpings besuchte eine brasilianische Kolpinggruppe im November 1991 den
Diözesanverband Speyer in Kaiserslautern. Unter ihnen eine Gruppe der
Comunidade Kolping Padre Trindade aus Formiga im Bundesstaat Minas Gerais. Ein
erstes Partnerschaftsprojekt, die Finanzierung des Aufbaus einer Maniokfabrik
in Formiga, wird beschlossen, Freundschaften zwischen deutschen und
brasilianischen Kolpingmitgliedern entstehen.
Motor
einer Zusammenarbeit über Ozeane hinweg wird Rolf Schäfer, seit 1990
Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes im Bistum Speyer. Im März 1992 fliegt er
zum ersten Mal selbst nach Brasilien als Delegierter der Generalversammlung des
Internationalen Kolpingwerkes in Sao Paulo. Er wird vom “Brasilien-Virus”
erfasst, ist fasziniert von diesem Land und tief berührt von seinen Menschen:
“Land und Leute muss man lieben!” Die gewaltigen sozialen Gegensätze, die ungeheure
Armut sind für ihn eine Herausforderung zum zupackenden Handeln: Die „Aktion
Brasilien“ des Kolpingwerkes ist sein Herzensanliegen geworden, ja “meine
Lebensaufgabe”, sagt der im 73. Lebensjahr stehende ehemalige Betriebsrat der
BASF, der den Eindruck eines agilen Mitfünzigers macht.
Unermüdlich
und mit innerer Leidenschaft wirbt er in den Kolpingsfamilien für die Anliegen
der Aktion, bittet die Mandatsträger immer wieder um ihre Hilfe. Der
Diözesanverband Speyer fördert seit 1992 Projekte der schulischen und
beruflichen Bildung, den Aufbau von Betrieben zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
Die jährliche Altkleidersammlung wird zugunsten der Entwicklungsarbeit des
“Obra Kolping do Brasil” durchgeführt. Drei Arbeitseinsätze junger Erwachsener konnten
in Rio de Janeiro, Formiga und im
Nordosten des Landes durchgeführt werden, wo auch der Bau von Wasserzisternen
und Brunnen unterstützt wird. Sein Herzensprojekt der letzten Jahre war der
Neubau des Kindergartens der Comunidade Kolping Jardim das Margaridas / Sao
Paulo. Das Gebäude wurde durch ein Unwetter so zerstört, daß es neu errichtet
werden musste. Der Diözesanverband Speyer brachte über 30.000,00 Euro auf, um
80 Kindern ihre Kindergartenplatz und die regelmäßige tägliche Speisung
zurückzugeben. Derzeit sammelt Schäfer Spenden für den Kindergarten Jardim
Tonato in Sao Paulo, damit er nicht geschlossen werden muss.
Mittlerweile
war Rolf Schäfer mit seiner Ehefrau Elisabeth siebenmal in Brasilien und hat
die unterschiedlichen Regionen dieses Subkontinents besucht. Er hat dabei Bande
der Freundschaft neu geknüpft oder vertieft, insbesondere die enge Beziehung zu
Padre Paulo Link, dem charismatischen Nationalpräses des Kolpingwerkes Brasilien,
und viele Hilfsprojekte mit nach Hause
gebracht. Minas Gerais besucht er bei jedem Aufenthalt. Den Koordinator des
Kolpingwerkes in der Hauptstadt Belo Horizonte, Gerson Soares Xavier, kennen
und schätzen die Schäfers seit 1992. Zu Beginn dieses Jahres war er mit einer
Mitarbeiterin zu Besuch in Kaiserslautern und hat die aktuelle
Entwicklungsarbeit seines Verbandes vorgestellt.
Schäfer
wird in diesem Jahr nicht mehr für das Amt das Diözesanvorsitzenden kandidieren
und aus der Diözesanleitung ausscheiden. Er sagt aber: „Brasilien bleibt. Helfen
und aufbauen will ich weiter. Solange es Gott gefällt und er mir die Kraft dazu
gibt!“

Bild
(v.l.n.r.): Rolf Schäfer und seine
Frau Elisabeth (links) mit Luisa Christina aus Minas Gerais,
Ivoneide Rabello
Krell (Dolmetscherin) und Koordinator Gerson Soares Xavier
bei ihrem Besuch im
Diözesanbüro Kaiserslautern.