Generationswechsel vollzogen

Klaus Butz neuer Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes – Verabschiedungen und Ehrungen: Rolf Schäfer Diözesanehrenvorsitzender

Kaiserslautern (5.5.2008): Klaus Butz heißt der neue Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes im Bistum Speyer. Mit großer Mehrheit wählte ihn die Diözesanversammlung im Pfarrheim Bernhardushof in Deidesheim für vier Jahre in dieses Amt. Der 47-jährige Versicherungskaufmann aus Otterbach ist Nachfolger von Rolf Schäfer (Ludwigshafen-Oggersheim), der 18 Jahre Vorsitzender des Katholischen Sozialverbandes war und aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Butz gehört seit 2004 dem Diözesanvorstand des Kolpingwerkes an. Er vertrat den Aufgabenbereich Gesellschaft und Politik und ist Mitglied im Bundesfachausschuss „Gesellschaft im Wandel“ des Kolping-Bundesverbandes. Mehrere Jahre war er Vorsitzender der Kolpingsfamilie Otterbach.

Bannerübergabe: Rolf Schäfer übergibt das Diözesanbanner an seinen Nachfolger als Diözesanvorsitzender, Klaus Butz.

Mit Pfarrer Jörg Stengel (Weilerbach) wählte das oberste beschlussfassende Gremium des Kolping-Diözesanverbandes erstmals einen stellvertretenden Diözesanpräses. Stengel wird Diözesanpräses Pfarrer Andreas König (Hochspeyer) unterstützen und entlasten. König wird ab 1. September die Pfarreiengemeinschaft Frankenthal St. Jakobus und Studernheim St. Georg übernehmen. Er wird damit nicht nur mit neuen Aufgaben, sondern auch mit einem größeren Seelsorgebezirk betraut. Mit Elke Boudgoust (Ludwigshafen-Oggersheim) und Josef Heitz (Ludwigshafen-Pfingstweide) wurden erstmals auch zwei Stellvertreter im Vorsitz gewählt. Der Verband will dadurch nicht nur den neuen Vorsitzenden unterstützen, sondern vor allem die Vertretungsarbeit des Verbandes in kirchlichen und politischen Gremien nachhaltig stärken.

Ebenfalls mit großer Mehrheit beschloss die Diözesanversammlung, dass alle sieben Mitglieder des Diözesanleitungsteams der Kolpingjugend mit Sitz und Stimme im Vorstand vertreten sind. Mit Kaplan Carsten Leinhäuser (Schifferstadt), der von der Diözesankonferenz der Kolpingjugend zu ihrem neuen Geistlichen Leiter gewählt worden ist, gehört ein weiterer Priester dem Leitungsgremium des Diözesan-Kolpingwerkes an. Neu in den Vorstand gewählt wurden Diakon Andreas Stellmann (Hessheim) und Harald Reisel (Dahn).

Der alte und neue Diözesanvorsitzende: Rolf Schäfer und Klaus Butz.

Klaus Butz betonte nach seiner Wahl, dass er mit aller Kraft, gemeinsam mit den Verantwortungsträgern in Kolpingsfamilien und Diözesanverband für ein lebendiges, zukunftsfähiges und für Menschen attraktives Kolpingwerk arbeiten werde. Er sehe seinen Schwerpunkt darin, die inhaltliche Arbeit des Verbandes zu profilieren, insbesondere seine spirituelle, politische und soziale Dimension nach innen und außen zu schärfen und sichtbar zu machen. Auch wünsche er sich ein stärkeres Engagement im Bereich Mitgliederwerbung. Er lud alle Kolpingschwestern und –brüder zum Diözesantag am 22. und 23. August 2009 nach Kindsbach und Landstuhl ein, der unter dem Leitwort „UrSprung ins Leben“ stehe werde. Orientierung, Motivation und Aufbruch wolle dieser Tag vermitteln, zu dem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann seine Teilnahme bereits zugesagt habe.

„Arbeit neu begreifen“ lautete das Thema des Grundsatzreferats von Dr. Hubert Wissing (Köln), des gesellschaftspolitischen Referenten des Kolpingwerkes Deutschland. Er stellte das sog. „EFG-Modell“ (EFG für Erwerbs-, Familien- und Gesellschaftsarbeit) vor, das der Bundesfachausschuss „Gesellschaft im Wandel“ entwickelt hat und derzeit in Verband und Öffentlichkeit zur Diskussion stellt:  Auch das Kolpingwerk suche nach Lösungsoptionen für die Krise der Erwerbsarbeitsgesellschaft. Kolping gehe von der gleichwertigen Anerkennung der Säulen Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit (bürgerschaftliches Engagement) aus.  Denn erst durch die Leistungen der Familienarbeit und das Netz der Zivilgesellschaft werde ökonomische Wertschöpfung durch Erwerbsarbeit ermöglicht. Angesichts der anhaltenden Knappheit von Erwerbsarbeit und der erfahrenen Produktivitätssteigerungen wolle das Kolpingwerk den Blick verstärkt auf die gesellschaftliche und in der Konsequenz auch erhöhte materielle Anerkennung der anderen Arbeitsformen lenken. "Wir präsentieren kein fertiges Lösungsmodell, sondern Kernelemente und leitende Ideen zu einer Umgestaltung der Erwerbsarbeitsgesellschaft,“ sagte der Politologe. Wissing legte ausführlich unter Heranziehung sozialwissenschaftlicher, sozialethischer und sozialpolitischer Argumente die Grundlagen dieses Modells dar. Er ging u.a. auf die Ansätze eines Grundeinkommens als mögliches Instrument zur Realisierung von mehr Wahlfreiheit bezüglich der drei Arbeitsformen ein sowie auf das Rentenmodell der katholischen Verbände.

Dr. Hubert Wissing nach seinem Vortrag. Klaus Butz überreicht ihm einen Deidesheimer Geisbock.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht gab Rolf Schäfer vor den 180 Delegierten einen kleinen Rückblick über seine 18 Jahre als Diözesanvorsitzender. In den Mittelpunkt stellte er dabei sein Herzensanliegen, die Aktion Brasilien. Er dankte besonders allen, die ihn in seinem Engagement für die Entwicklungszusammenarbeit mit dem Kolpingwerk Brasilien, vor allem zugunsten der Kinder in den Favelhas der 20-Millionenstadt Sao Paulo, unterstützt haben.

Rolf Schäfer mit der Ernennungsurkunde zum Diözesanehrenvorsitzenden. Rechts Diözesanpräses Pfarrer Andreas König.

Abschied und Ehrung standen im Mittelpunkt einer abschließenden Feierstunde, die musikalisch vom Bläserensemble der Kolpingkapelle Deidesheim umrahmt wurde: Für seine Verdienste um das Kolpingwerk wurde Rolf Schäfer zum Diözesanehrenvorsitzenden ernannt. Gerührt nahm Schäfer die Ehrenurkunde aus der Hand seines Nachfolgers Klaus Butz entgegen. Telefonisch zugeschaltet aus Sao Paulo, dankte Pe. Paulo Link, der Nationalpräses des Obra Kolping do Brasil, Schäfer in persönlichen Worten für sein fast zwei Jahrzehnte umfassendes persönliches Engagement für die Armen in Brasilien. Msgr. Josef Hosp (Augsburg), Vertreter des Bundesvorstandes, und Toni Brunold (Alzey), Vorsitzender des Diözesanverbandes Mainz, dankten Rolf Schäfer in ihren Grußworten für seinen Einsatz im Dienste des Kolpingwerkes, der weit über die Grenzen der Diözese Speyer Wirkung gezeigt und breite Anerkennung gefunden habe.

Mehr als 50 Jahre gehörte Bruno Kreitner dem Diözesanvorstand an. Bereits unter Diözesanpräses Oskar Isidor Schlachter zu Beginn der 50er Jahre rückte er als Bezirkssenior in den Vorstand ein. Später übernahm er die Aufgaben des Sachbereichsleiters Kultur und Freizeit sowie des Seniorenbeauftragten. Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist der Aufbau der Diözesanwandergruppe, mit der er halb Europa durchwanderte. Ihm dankte herzlich Ludwig Fischer (Bad Dürkheim), der mit ihm gemeinsam die Planungen der Wanderungen in den bisher mehr als 25 Jahren vorgenommen hat. Kreitner dankte mit bewegenden Worten.

Schwer viel der Abschied auch von Geschäftsführerin Friedel Adam (Kaiserslautern), die nach mehr als 21 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit im Diözesanbüro in den Ruhstand trat. Die Laudatio hielt Kollege Thomas Bettinger, der u.a. ihre fachliche Kompetenz und konsequentes Engagement, ihre Zuverlässigkeit und Freundlichkeit lobte. „Sie war das freundliche Gesicht des Diözesanverbandes“, so Bettinger. Als Überraschungsgäste nahmen Ursula und Peter Weis, langjährige Weggefährten von Friedel Adam, die neue Ruheständlerin mit auf den Weg in die „dritte Lebensphase“. Das Kolpingwerk ehrte Friedel Adam mit dem Diözesanehrenzeichen.

 

Klaus Butz mit den aus der Diözesanleitung ausgeschiedenen Freunden (v.l.n.r.):
Bruno Kreitner, Friedel Adam und Rolf Schäfer.

Als Nachfolgerin von Frau Adam begrüßte Klaus Butz sehr herzlich Angelika Weis (Kaiserslautern) als neue Büroangestellte mit einem Blumenstrauß. 

Frau Angelika Weis, die neue Kraft im Kolpingbüro.

Ebenfalls geehrt mit der höchsten Auszeichnung des Diözesanverbandes wurde Gisela Schroth, seit einem Vierteljahrhundert Mitglied im Diözesanvorstand, davon zwei Amtsperioden als stellvertretende Diözesanvorsitzende. Sie übernimmt im neuen Vorstand den Aufgabenbereich Senioren. Klaus Butz überreichte Ihr Ehrenzeichen und Urkunde. Gisela Schroth sei mit Herz und Verstand von der Orts- bis in die Bundesebene des Kolpingwerkes engagiert, zuverlässig in allen ihr übertragenen Aufgaben, ein Mensch, der andere für Kolping motiviere.

Gisela Schroth erhält das Diözesanehrenzeichen.

Diözesanvorsitzender Butz informierte abschließend, dass Thomas Bettinger als Diözesansekretär künftig die Geschäftsführung der Verbandes wahrnehme. Er dankte der gastgebenden Kolpingsfamilie Deidesheim, namentlich Günter Irtenkauf und dem Hausteam, für die großartige Organisation und Bewirtung. Mit dem Kolpinglied endete die Diözesanversammlung 2008.

Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 7.000 Mitglieder in 70 örtlichen Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien. 1.100 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 265.000 Mitglieder in 2.700 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk 500.000 Mitglieder in 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“ (tb)