KOLPING: Sich den Menschen am Rand zuwenden

Begegnungstag der Kolpingsfamilie Winnweiler mit Ottmar Dillenburg

 

Zum neunten Mal hatte die Kolpingsfamilie Winnweiler Mitglieder und Freunde zu einem Begegnungstag eingeladen. Vorsitzender Thomas Müller hatte den Tag unter das Motto gestellt: „Adolph Kolping, ein Mann, der begeistert“.

In der historischen Kreuzkapelle begrüßte Müller den Zelebranten und Prediger Pfarrer Ottmar Dillenburg aus Koblenz, Diözesanpräses des Kolping-Diözesanverbandes Trier und stellvertretender Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, sowie den kürzlich neu gewählten Vorsitzenden des Diözesanverbandes Speyer im Deutschen Kolpingwerk, Klaus Butz. Einen besonderen Akzent erhielt der Begegnungstag durch die Präsenz der Kolping-Wanderkerze, die zur Vorbereitung des Diözesantages 2009 derzeit durch alle 71 Kolpingsfamilien des Bistums „reist“ und im Donnersbergkreis bereits in Kirchheimbolanden und Zell Station gemacht hat. Sie steht als ein Symbol für die Gemeinschaft im Glauben und soll den Zusammenhalt in den Kolping-Gemeinschaften fördern. Ihre Flamme versinnbildlicht Licht und Feuer, Erkenntnis und Weisheit, Liebe und Wärme.

In seiner Predigt knüpfte Dillenburg an das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung an. Adolph Kolping sei wie jener unter den „5000 Männern“ in der Geschichte gewesen, der seinen Proviant aus „fünf Broten und zwei Fischen“ zu teilen bereit war. Kolping sei ohne „Wenn und Aber“ dem Evangelium Jesu Christi gefolgt, indem er die Nöte seiner Zeit erkannt und ihnen mit den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten begegnet sei. Wer heute in seiner Nachfolge stehen wolle, müsse sich wie er den Menschen am Rand der Gesellschaft zuwenden: Menschen, die körperlich und geistig Not leiden, die arm an Hoffnung sind, gefangen in einem Leben ohne Sinn, blind für die Schönheit der Schöpfung, enttäuscht von zwischenmenschlichen Beziehungen. Wie Kolping im 19. Jahrhundert im Kleinen, stehe das Kolpingwerk in Gegenwart und Zukunft dafür, den Verlorenen von heute die Liebe Gottes in Wort und Tat näher zu bringen. Aus bescheidenen Anfängen sei ein großes Werk geworden, schloss Dillenburg und rief die Kolpingmitglieder dazu auf, „zu tun, was getan werden kann, zu reden, denken und handeln im Geist des Seligen Adolph Kolping“, um dessen Heiligsprechung er gemeinsam mit den Gläubigen betete.

Die Eucharistiefeier bot den Rahmen für die Ehrung langjähriger Mitglieder. Das Kolpingwerk, so Thomas Müller, sei „ein lebendiger Organismus“, der das persönliche Engagement seiner Mitglieder brauche, ihre Identifikation mit dem Verband, ihre Motivation zum Handeln „mit Kopf, Herz und Hand“. Wie positiv sich das Kolpingwerk dank solcher Mitglieder entwickelt hat, belegte Müller mit einem Zahlenvergleich. Als er und andere Jubilare beigetreten seien, war die Organisation gerade in 17 Ländern der Erde vertreten, heute sind es über 50. Und sie ist darüber hinaus ein geschätzter Partner des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geworden.

Präses Dillenburg ehrte Thomas Müller für 50 Jahre Mitgliedschaft. Die Urkunde trägt den Text: „Gott stellt jeden dahin, wo er ihn braucht!“ Dies treffe in hohem Maße auf Müller zu, sagte Dillenburg in seiner Laudatio. Müller habe Verantwortung im Verband nicht nur auf der Ortsebene, sondern auch im Diözesanverband und im Internationalen Kolpingwerk getragen; er sprach ihm für seine vielfältigen Tätigkeiten - nicht nur - im Kolpingwerk Dank und Anerkennung aus.