Erfenbach:  
Kolpingforum zum Thema "Kostenfalle Energiepreise"

 

Beim Diskussionsabend im Rahmen des Forums der Kolpingfamilie Erfenbach am Freitag, 26.09.2008 zum Thema "Kostenfalle Energiepreise" erhielten die Teilnehmer interessante Informationen und wertvolle Ratschläge rund ums Energiesparen. Der stellvertretende Vorsitzende der Kolpingfamilie Erfenbach, Matthias Schwarz, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass Werte wie sorgsamer Umgang mit der Natur, Verantwortungsbewusstsein gegenüber nachfolgenden Generationen und Nachhaltigkeit im täglichen Handeln fest im Leitbild des Kolpingverbandes verankert sind. Franz Henrich, der die Moderation des Abends übernommen hatte, machte in seinen einführenden Worten deutlich, wie stark die heutige Zivilisation von ausreichender Energieversorgung abhängig ist und welche Gefahren in der kontinuierlichen Verknappung und Verteuerung der Rohstoffe für unsere Gesellschaft liegen. 

 

Prof. Heinrich bei seinem Vortrag.

 

Als erste Referentin des Abends stellte Frau Nadine Sucker die Kaiserlauterer Umweltberatung KLUB vor, eine Einrichtung der Stadtverwaltung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bürger unentgeltlich über umweltbewusstes Verhalten zu informieren. Hierfür hält KLUB viele Angebote parat, von Broschüren über kostenlose und unabhängige Beratungsgespräche bis hin zu praktischen Dienstleistungen wie dem ebenfalls unentgeltlichen Verleih von Strommessgeräten, mit denen sich der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten ermitteln lässt. Jeder Bürger der Stadt, der sich zu Umweltthemen wie Abfall+Recycling, Klima+Energie, Natur+Landschaft informieren möchte, findet beim KLUB den richtigen Einstiegspunkt. Frau Sucker wies in ihren Ausführungen ebenfalls auf Initiativen der Stadt Kaiserslautern hin, die in unterschiedlichen Programmen Energieeinsparpotentiale nutzen will und das anspruchsvolle Ziel ausgegeben hat, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von CO2 um mindestens 40% zu reduzieren (basierend auf den Werten von 1990).

 

 

Von links nach rechts: Franz Henrich, Nadine Sucker und Prof. Hermann Heinrich.

 

Einen Einblick, welche Einsparpotentiale im Bereich Gebäudesanierung stecken, gab Prof. Dr. Hermann Heinrich von der EOR - Effizienzoffensive Rheinland-Pfalz e.V. - in einer kurzweiligen Präsentation, in der er einige bemerkenswerte Zahlen nannte: so verwendet ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland 75% seines Energieverbrauchs für Heizung und weitere 15% für Warmwasser, ein klarer Hinweis an welcher Stelle das größte Einsparpotential liegt. Dies wird umso deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass wiederum 75% des Gebäudebestands in Rheinland-Pfalz älter als 30 Jahre sind, also aus einer Zeit stammen, in der gut dämmende Bauweise kaum bis keine Relevanz hatte. So ist es verständlich, dass Prof. Heinrich die Empfehlung gibt, zunächst Energieeinsparpotentiale zu nutzen, z.B. durch verbesserte Dämmung, danach die Energie überlegt einzusetzen, beispielsweise durch sinnvolle Heizungssteuerungen und erst in einer späteren Optimierungsphase Investitionen hinsichtlich regenerativer Energien zu tätigen. Beeindruckend in diesem Zusammenhang auch: durch Dämmung und Einsatz einer modernen Heizungsanlage können Einsparungen bis zu 70%, in Teilen sogar bis zu 90% erreicht werden. Wie sich dies aber finanziell bemerkbar macht, hängt stark von der zukünftigen Entwicklung der Energiepreise ab und ist daher kaum vorhersehbar.

 

In der anschließenden lebhaften Diskussionsrunde konnten Teilnehmerfragen geklärt werden, die Fachleute verwiesen dabei auch auf das unentgeltliche Beratungsangebot der unabhängigen Verbraucherzentralen, wo Experten erste situationsbezogene Abschätzungen über Ist-Zustand und Einsparpotential aber auch zu erwartendes Investitionsvolumen geben können. Neben viel Infomaterial in Form von Broschüren wurden den Teilnehmern auch alltagsnahe Tipps wie das nächtliche Abschalten von Geräten mit Standby-Modus durch Vorschalten einer abschaltbaren Steckdosenleiste mit auf den Heimweg gegeben.

 

Text: Georg Wendt

Fotos: Matthias Schwarz