„Mitbestimmen und mitgestalten!“
Ein politischer Kolpingmann: Norbert Ulrich aus
Landstuhl
60 wird er jetzt. Und von diesen sechs
Lebensjahrzehnten hat er sich weit mehr als die Hälfte politisch engagiert:
Norbert Ulrich, der Ehrenvorsitzende der Kolpingsfamilie Landstuhl in der Westpfalz.
Für den verheirateten Zahntechniker, dessen Frau Silvia und die drei
erwachsenen Kinder ebenfalls mit Leib und Seele Kolpingmitglieder sind, ist
politisches Engagement selbstverständlich.
„Ideen, die man hat, kann man nur umsetzen, wenn man zupackt, sich mit anderen Gleichgesinnten zusammentut und gemeinsam aktiv wird“, meint Ulrich, der seit 1974 ununterbrochen dem Stadtrat seiner Vaterstadt angehört. Das bedeute für ihn, Verantwortung zu übernehmen in Parteien und politischen Körperschaften. Nur in einem Gemeinwesen mit demokratischer Grundordnung, dessen Fundament die Menschenwürde und die Menschenrechte sind, könne jeder Einzelne vielfältig und direkt Einfluss nehmen – mitbestimmen und mitgestalten, zwei wichtige Begriffe für Norbert Ulrich: „Nur wer Politik macht, kann aktiv verändern!“

Norbert
Ulrich: "Nur wer Politik macht, kann aktiv verändern!"
(Foto: Eckhart Richter)
Ulrich, dessen politische Heimat die CDU ist, war
stets das kolpingschen Engagement um die Familie besonders wichtig: „Wenn die
Familien gesund sind, ist auch die Gesellschaft gesund“. So engagiert er sich
für eine bewohnbare Gemeinde, besonders für junge Familien, „die es finanziell
noch nicht so haben“.
Verantwortung tragen bedeutet aber auch, sich
auszusetzen. Wer sich in den öffentlichen Raum begibt und Flagge zeigt, wer
sich politisch engagiert, der setzt sich auch aus, bezieht Prügel. Ulrich, seit
12 Jahren Beigeordneter der Stadt Landstuhl und fast ebenso lange Mitglied des
Kreistages, hat dies schon leidvoll erfahren müssen. Lebendige Demokratie ist
diesen Preis wert, meint der markante Pfälzer.
Adolph Kolping ist ihm dabei ein Vorbild. Kolping ging
mit Mut in die Öffentlichkeit. Er setzte sich aus, um seine Idee durchzusetzen:
Menschenbildung und weltumgreifende
Solidarität. Dem sieht sich Ulrich verpflichtet, der seit vier Jahrzehnten im
Vorstand seiner Kolpingsfamilie Verantwortung trägt, davon 24 Jahre als
Vorsitzender.
„In der Kirche zu Hause – offen für die Welt“, so
sieht er selbst seinen Standort. Die Wurzeln seines politischen Auftrags findet
er in der Kirche: Gottes Schöpfung und des Menschen Welt im Geist des
Evangeliums mitzugestalten, ist für ihn urchristlicher Auftrag. Auch darin
steht er in der Spur Adolph Kolpings.
Norbert Ulrich ist nicht der einzige Kolpinger, der in
Landstuhl politische Verantwortung trägt. Eine stattliche Reihe von Mitgliedern
der Kolpingsfamilie, darunter auch die jüngste Tochter Anne, gehört dem
Stadtrat und dem Verbandsgemeinderat an. Der Nachfolger als Vorsitzender der Kolpingsfamilie
ist Ratsmitglied, Bürgermeister und Beigeordnete sind Kolpingmitglieder. Die
meisten gehören seiner Generation der „Fünfziger“ an. Zufall? Vielleicht eine
Prägung durch die Zeit der Achtundsechziger? Einer Zeit, die zum politischen
Bekenntnis und Engagement herausgefordert hat.