Aus dem Ursprung leben und Neues wagen

Für Klaus Butz sind Erneuerungsprozesse in den Kolpingsfamilien ohne Bildungsarbeit und Qualifizierung der Verantwortungsträger nicht denkbar

Motivieren will er, der neue Vorsitzende des Kolpingwerkes Diözesanverband Speyer, Klaus Butz, Mutmachen zu Kolping, vor allem in den Kolpingsfamilien. Deshalb sucht der 48-jährige Versicherungskaufmann aus Otterbach das Gespräch mit den örtlichen Vorständen und Verantwortungsträgern. Butz will die vielfach im Verband verbreitete Resignation und Ermattung aufbrechen, und den Kolpingmitgliedern vor Ort helfen, wieder ihre Freude an Kolping und damit Zugang zu ihren Kraftquellen und neuer Kreativität zu finden. „Ohne Freude an Kolping, hat Kolpingarbeit keinen Sinn“, meint der agile und lebensfrohe Kolpingmann, der in Deidesheim am 26. April in sein Vorsitzendenamt gewählt worden ist. Und schon damals vermochte er so etwas wie Aufbruchstimmung zu erzeugen; viele Delegierte fuhren froh und ermutigt nach Hause.

Klaus Butz nach seiner Wahl mit dem Amtsvorgänger Rolf Schäfer. 

Erfahrung hat Klaus Butz gesammelt auf der Orts- Diözesan- und Bundesebene. Er war Vorsitzender seine Kolpingsfamilie, Mitglied im Diözesanvorstand und aktiv im Bundesfachausschuss „Gesellschaft im Wandel“. Er hat dabei die Erfahrung gemacht, dass überall, wo Menschen mit Geist und innerer Leidenschaft zusammenfinden, „etwas passiert. Da werden Sitzungen zu Erlebnissen, Menschen werden lebendig, sprühen vor innerem Feuer, und eine Flut von Ideen ist die Folge“, erzählt der Westpfälzer mit leuchtenden Augen. „Und da gibt es keine Totschlagsargumente wie: Das geht ja doch nicht! Wer Ideen hat, hat auch den Mut, sie umzusetzen!“ Diesen ideenreichen Mut will er Kolpingsfamilien vermitteln.

Viele Kolpingsfamilien sähen ihren Auftrag in Gemeinde, Kirche und Gesellschaft nicht mehr, meint Butz: der Dienst am Menschen. Wir müssten unsere Mitglieder dafür gewinnen und befähigen, meint der Diözesanvorsitzende. Es seien Erneuerungsprozesse in den Kolpingsfamilien notwendig. Es bedürfe dazu – und hier macht er sich Gedanken von Bundespräses Alois Schröder zu eigen – 

  1. der persönlichen Identifikation mit den Idealen und Zielen der Kolpingbewegung. 

  2. der immer wieder neuen Motivation und Ermutigung zum Engagement, gerade im Alltag,

  3. der Wertschätzung und Stiftung innerer und äußerer, geistiger und gestalteter Einheit in Kolpingsfamilie und Kolpingwerk, 

  4. der Zeitgenossenschaft. Wir müssten mit den Menschen von heute, ihren Sorgen und Nöten, ihrem Denken und Fühlen, „ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ (GS 1) verbunden sein. Nur dann könnten wir ihnen auch die befreiende Botschaft des Evangeliums authentisch erzählen und Antwort auf „die Nöte der Zeit“, wie es Kolping gesagt hat, geben.

Ohne Bildungsarbeit und Qualifizierung der Verantwortungsträger sei dies aber nicht machbar. Als notwendig sieht Butz folgende Instrumentarien an:

Logo des Diözesantages 2009.

Der Diözesantag, der am 22. und 23. August 2009 in Kindsbach und Landstuhl stattfinden wird, geht auf die Initiative von Klaus Butz zurück. Er wolle ein Marktstein auf dem Weg sein, dieses Konzept zu verwirklichen. Nicht umsonst laute sein Leitwort: „UrSprung ins Leben“! Butz erläutert: „Wir nehmen Maß und Kraft in unserem Ursprung, springen mit leidenschaftlichem Engagement in das Leben der Menschen heute hinein, um es mitzugestalten, damit es – und damit wir selbst – eine Zukunft haben. Wir tun es aber, weil wir eine Orientierung haben, unseren Ursprung kennen und damit das Ziel, auf das hin wir unterwegs sind.“ Und das wollen Klaus Butz und seine Mitstreiter tun, wie es Kolping getan hat: „Mit Ernst und Fröhlichkeit.“