Bezirksbildungstag zum Thema „Sinus-Milieu-Studie“
Venningen. - Zu seinem traditionellen Bezirksbildungstag trafen sich am Christkönigsfest die Mitglieder der Kolpingsfamilien im Bezirksverband Neustadt / Bad Dürkheim auf Einladung von Bezirkspräses Pfarrer Matthias Bertram in Venningen (Südliche Weinstraße). Nach dem festlichen Gottesdienst mit der Pfarrgemeinde und dem gemeinsamen Mittagessen referierte im Pfarrheim Herbert Tholl, Mitarbeiter des Bistums Trier. Sein Thema war die Sinus-Milieu-Studie in Deutschland, die im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2004 erstellt worden ist.
Im ersten Teil erläuterte der Referent anschaulich und konkret die Basis der Studie, die Einteilung der deutschen Gesellschaft in zehn sogenannte Milieus. Dabei wird über die traditionelle Einteilung nach sozialen Schichten (oben-mittel-unten) hinaus noch die Komponente „Grundorientierung“ (traditionell-modern-neuorientiert) als Einteilungskriterium verwendet.
Der zweite Teil befasste sich mit den Beziehungen der einzelnen Milieus zur Religion oder Kirche. Die Studie belegt, dass insbesondere bei den Milieus „Traditionsverwurzelte“ und „Bürgerliche Mitte“ noch starke Bindungen zu Religion und Kirche bestehen, oft verbunden mit der Bereitschaft, sich entsprechend zu engagieren. Je weiter man sich aber, relativ unabhängig von der sozialen Schicht, in Richtung modern / neuorientiert bewegt, umso weniger werden solche Bindungen. Sie enden dann bei den „Hedonisten“ (Interesse besteht nur noch für das, was Spaß macht) am Nullpunkt.
Referent Herbert Tholl betonte ausdrücklich, dass mit der Studie zunächst nur die definitiv vorhandene Realität aufgezeigt werde. Sie liefere keine Handlungsrezepte. Ihre Ergebnisse müssten aber als solche akzeptiert und berücksichtigt werden. Erst dann könne man seitens der Kirche und ihre Organisationen Strategien entwickeln, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen oder konkrete Schritte gehen, um in den jeweiligen Milieus zu arbeiten, Kontakte zu pflegen und die christliche Botschaft erfolgversprechend zu überbringen.
Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Eschmann und Bezirkspräses Pfr. Matthias Bertram dankten dem Referenten für seinen ausgezeichneten, teilweise aufwühlenden, aber immer sachlichen und lebendigen Vortrag. Als kleines Geschenk wurde Herbert Tholl ein Sortiment mit Weinen aus dem Bezirk überreicht.

Referent
Herbert Tholl, Bezirksvorsitzender Eschmann, Bezirkspräses Pfr. Bertram
(v.l.n.r.)