Projeto Joao Paulo II
Ein Partnerschaftsprojekt mit Obra Kolping do Brasil in Fortaleza / NO-Brasilien
Das Land Brasilien mit seinen landschaftlichen und kulturellen Schönheiten, seinem hohen wirtschaftlichen Potential hat gewaltige sozioökonomischen Probleme. Erst die Darstellung dieses sozialen und ökonomischen Dualismus macht die tatsächlichen Entwicklungsprobleme eines Schwellenlandes deutlich. Große Teile der Bevölkerung sind aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Situation sowie fehlender Bildung von der Entwicklung des Landes ausgeschlossen.

Gerade der klimatisch und wirtschaftlich benachteiligte Nordosten leidet unter dieser Entwicklung. Trockenheitsrisiko, Landverteilung und fehlende Bildung führen seit Jahren zur Abwanderung in die großen Städte Rio de Janeiro und Sao Paulo im Osten des Subkontinents.
Dieser Entwicklung kann nur begegnet werden, wenn es gelingt, die Bildung im Nordosten, dem "Armenhaus Brasiliens", voranzutreiben, die persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern, die Partizipation am öffentlichen, politischen Leben durch entsprechende Schulung zu ermöglichen und das Selbstwertgefühl der Menschen, insbesondere der Familien, zu stärken.
Diesem ganzheitlichen, auf die Personalität der Menschen in Brasilien ausgerichteten Entwicklungsansatz widmet sich mit großem Erfolg seit Jahren das Obra Kolping do Brasil. Es setzt dort an, wo staatliche Hilfe zu kurz greift. Die brasilianischen Partner sind bestrebt, Projekte umzusetzen, die zum Ziel haben, Bildung und Ausbildung zu fördern, das Familieneinkommen durch selbständige Arbeit zu sichern und durch genossenschaftliche Organisationsstrukturen Arbeitsplätze und Einkommen für Familien zu schaffen.
In der Gemeinde Joao Paulo II (= Segundo), die zu Fortaleza der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará gehört, ist vorgesehen, eine Einrichtung zu schaffen, in der Jugendliche und Erwachsene in Aus- und Fortbildungskursen qualifiziert werden, aber auch ihre Freizeit gestalten können. Geplant ist weiterhin ein Finanzfonds, mit dem der Weg in die wirtschaftliche Selbständigkeit für Handwerker und Dienstleister ermöglicht werden soll. Als Kooperative organisiert und betrieben werden soll die Sammlung, Trennung und Vermarktung von Wertstoffen aus Müll, ein Projekt, das in Carapicuiba, in der Peripherie von Sao Paulo, bereits mit großem Erfolg betrieben wird und über 300 Menschen Brot und Arbeit sichert.
Im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten wollen Mitglieder der Kolpingsfamilien in der Diözese Speyer am Aufbau dieser Projekte mitarbeiten. Dabei steht nicht nur die finanzielle Unterstützung im Vordergrund, sondern auch die praktische Hilfe während eines Arbeitseinsatzes, der für das Jahr 2007 geplant ist. Die Kosten für den Arbeitseinsatz werden die Teilnehmer selbst tragen, um alle Finanzmittel in das Projekt einbringen zu können. Die Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort erfolgen. Im Vordergrund steht die Partnerschaft, nicht die Patenschaft, Dialog und Gegenseitigkeit, nicht Spendenmentalität.

Unsere Weltjugendtagsgäste 2005 aus Fortaleza.
Dritter von links: Antonio José Cunha da Silva, Projektreferent im
Regionalbüro Fortaleza.
Anlässlich des Weltjugendtages im Jahre 2005 haben brasilianische Kolpingfreunde das Kolpingwerk in der Diözese Speyer besucht. Unter ihnen waren der Leiter des Koordinationsbüros von Kolping Ceará und Mitglieder der im November 2005 offiziell gegründeten Comunidade Joao Paulo II. Mit ihnen wurde das skizzierte Vorgehen vereinbart. In gemeinsamer Planung wird das "Projeto JP II" weiter konkretisiert.
Hochspeyer / Kaiserslautern im März 2006 - wr / tb