Kolpingstraße in Grünstadt
Kolpingsfamilie prägt das Leben der Stadt mit
Grünstadt.
Grünstadt hat endlich eine Kolpingstraße. Auf Antrag der Kolpingsfamilie hat der Stadtrat im Neubaugebiet östlich des Bahnhofs die Straßenbenennung vorgenommen. Vor fast 40 Jahren hatte sich die Kolpingsfamilie an die Stadtverwaltung Grünstadt und die Fraktionen im Rat gewandt mit der Bitte, eine Straße nach Adolph Kolping zu benennen. Damals wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet, da keine Straßenbenennungen anstanden. Die Kolpingsfamilie begründete Ihr Anliegen mit der Bedeutung des Seligen Adolph Kolping für Gesellschaft und Kirche sowie ihr eigenes, die Gemeinde Grünstadt prägendes Engagement:Kolping hat die soziale Not im frühen Industriezeitalter erkannt und im freien Zusammenschluß von Gleichgesinnten, die sich in ähnlicher Lebenssituation befinden, ein geeignetes Mittel zur Bewältigung sozialer Probleme gesehen. Der von ihm gegründete Katholischen Gesellenverein wurde in der Folge ein wirksames und erfolgreiches Mittel, nicht nur die Not der Handswerksgesellen zu lindern, sondern sie auch durch Bildung zu kompetenten Handwerksmeistern, mündigen Bürgern und Familienvätern zu formen. Kolping hat auf sozialen Wandel durch Veränderung des Menschen und die Neubesinnung auf den Wert der Familie, des Berufes, der Kirche und des Staates gesetzt. Ein Konzept, das heute neue Aktualität gewinnt.
Am 6. Januar 1890 wurde der Katholische Gesellenverein Grünstadt gegründet. Einen ersten Höhepunkt erlebte der Gesellenverein, seit 1933 Kolpingsfamilie genannt, vor allem in den Jahren 1925 bis 1935 mit 70 Gesellen und 70 Schutzmitgliedern. Die Gesellen trafen sich zweimal wöchentlich zu berufs- und allgemeinbildenden Kursen sowie zu religiösen, sozialen, wirtschaftlichen u.a. Themenvorträgen. Kulturell traten die Mitglieder durch handwerkliche Ausstellungen, Theateraufführungen und bunte Abende in Erscheinung. Auch das sportliche Geschehen der Stadt prägten sie mit durch Faustball-, Fußball- und Kegelmeisterschaften. Im Dritten Reich, ab 1936, war eine Vereinsarbeit nur noch im Untergrund möglich. Aber bereits 1947 entfaltete die Kolpingsfamilie wieder neues öffentliches Leben. Seit 1967 können auch Frauen, später auch Kinder Mitglied der Kolpingsfamilie werden. So verfügte die Kolpingsfamilie 1969 über eine Gruppe von 35 Jugendlichen, die durch zahlreiche Aktionen zugunsten Körperbehinderter, für Selbsthilfeprojekte in Rwanda und Brasilien, für Kranken- und Altenhilfe etc. an die Öffentlichkeit trat. Eine Vielfalt von Aktivitäten zeichnet die Kolpingsfamilie Grünstadt aus: regelmäßige Gestaltung von rhythmischen Familiengottesdiensten mit eigener Band und Kindergruppe, Ausbau des Klosterkellers zu einem Jugend- und Begegnungsraum, Erwachsenenbildung mit aktuellen Vortragsabenden zu Themen aus Gesellschaft, Politik, Familie, Arbeit, Gesundheit, Kultur und Religion, alljährliche Altkleidersammlung für Projekte in Brasilien, Gestaltung des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend, Familienwanderungen, Matineen u.a.m.
Hervorzuheben ist ganz besonders die Errichtung des "Kreuzes 2000 Grünstadt" des Bildhauers und Kolpingmitglieds Martin Schöneich auf dem Grünstadter Berg. Es symbolisiert eindrücklich Fundament, spirituelle Mitte und Motivation Adolph Kolpings und damit der Kolpingsfamilie: Jesus Christus.

Das "Kreuz 2000 Grünstadt".
Die Initiative für eine Kolpingstraße in Grünstadt ging von Wolfgang Lenhart, dem Vorsitzenden der Kolpingsfamilie, aus, der auch den Antrag formulierte.