Portrait:
Priester und Vater von 3011 Waisen
Father John Bosco wirkt im Partnerland Ruanda im Namen des Kolpingwerkes
Kaiserslautern. Seit dem Beginn der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda haben sich zahlreiche politische und kirchliche Gemeinden in die Hilfeleistung eingebunden. Darunter auch das Internationale Kolpingwerk gemeinsam mit Kolpingsfamilien aus Deutschland, darunter auch aus der Diözese Speyer.
Father John Bosco Musinguzi ist die treibende Kraft beim Aufbau eines Kolpingwerkes in Ruanda. Zum zweiten Mal war der 39-jährige Priester im vergangenen Jahr zu Gast bei Diözesanpräses Pfarrer Andreas König in Hochspeyer. Er besuchte die Kolpingsfamilien Winnweiler, Hochspeyer, Otterbach und Erfenbach. Zu einem herzlichen Wiedersehen kam es mit Thomas Müller, Winnweiler, Norbert Thines, Kaiserslautern, und Klaus Butz, der mit seiner Kolpingsfamilie in Otterbach regelmäßig John Boscos Arbeit unterstützt. Als aufmerksamer Beobachter nahm Fa. Bosco an der Diözesanversammlung 2005 in Pirmasens teil.
Geboren ist Fa. John Bosco in Kibaale, Uganda. Dort lernte er das Kolpingwerk 1980 "kennen, schätzen und bewundern". Er studierte Theologie und Philosophie in Nairobi. In Tansania am 25. Juli 2000 zum Priester geweiht, sandte ihn sein Bischof gleich nach Ruanda, um dort nach dem Völkermord am Wiederaufbau des kirchlichen Lebens mitzuwirken. Im Kongo lernte er zunächst Französisch, um in Ruanda bei den Menschen "anzukommen". In Muramba, Diözese Nyundo, wirkt er nun als Pfarrer. Angesichts der Not und Ängste der Menschen erinnerte er sich an das Kolpingwerk als einer Organisation im Dienst am Menschen. Er gründete von mittlerweile sechs Kolpingsfamilien alleine drei, deren Präses, d.h. geistlicher Leiter, er ist. John Bosco ist ein Geistlicher mit Visionen, die ermutigen und zum Durchhalten bewegen in einem harten Alltag. Denn der Aufbau des Lebens in der Pfarrei gestaltete sich angesichts der schlimmen Lage als äußerst schwierig. Fa. Bosco machte sich und den Menschen Mut und bemühte sich, Begriffe wie Solidarität, Bildung und Erziehung, voneinander Lernen, gegenseitige Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe sowohl spirituell als auch materiell zu vermitteln. Von der Idee Adolph Kolpings "ergriffen", warb er inständig sein Werk. An der Université National de Rwanda-Butare konnte er eine Kolpingsfamilie gründen, die ihm wichtige Hilfe leistet bei der Gewinnung von Christen, vornehmlich Katholiken, für den Aufbau kirchlicher Strukturen und die Herausführung der Menschen aus Lethargie und Hoffnungslosigkeit. Ein schwieriges Unterfangen, aber mit zunehmenden Erfolgen.
Ein bleibendes und blühendes Werk hat Fa. John Bosco in Ruanda errichtet: Ein Kolping-Bildungswerk, das dem heiligen Charles Lwanga, einem ugandischen Märtyrer, geweiht ist. Erstes Projekt war Seelsorge aus dem Glauben in verschiedener Weise. Im zweiten Projekt wurde eine Secondary School gegründet, eine Art Berufsschule. In ihr werden zur Zeit 208 Jugendliche betreut. Sie erlernen neben Handwerksberufen auch Fertigkeiten in technischer Hinsicht. Vermittelt werden darüberhinaus neben Allgemeinwissen Landwirtschaftsmanagement, häusliche Hygiene sowie Französisch (Amtssprache) und Englisch.
John Bosco sieht in einem weiteren Projekt eine große Herausforderung: in der AIDS-Aufklärung. Im vierten Projekt nimmt er sich der Waisenkinder an. "Ich bin Priester und dennoch Vater von 3011 Waisen", erzählt er schmunzelnd. Es handelt sich um Kriegs- und AIDS-Waisen – Tendenz steigend. Den Frauen gilt das "Honigprojekt". Es ist ebenso wichtig wie das Vermitteln handwerklicher Fähigkeiten, das Erlernen des Friseurberufs oder der Seifenherstellung. Sein jüngstes – sechstes – Projekt ist eine geordnete Versorgung mit Wasser – Gewinnung, Zubereitung und Entsorgung.
Das gesamte Engagement Fa. Boscos steht unter dem Gedanken der "Hilfe zur Selbsthilfe", ein Prinzip, das die Würde des notleidenden Menschen achtet. Diese Hilfe könne er aber ohne Unterstützung von außen nicht leisten. Dank und Anerkennung findet er für das Land Rheinland-Pfalz und das Internationale Kolpingwerk. "Beide leisten große Hilfe."

Fa. John Bosco bei der Diözesanversammlung am 21. Mai 2005.
Diözesanvorsitzender Rolf Schäfer überreicht ihm eine Spende.
Links Diözesanpräses König.
In der Rheinland-Pfälzerin Nathalie Vanneste, die das Koordinationsbüro in Ruanda leitet, hat er eine hilfsbereite Partnerin gefunden. Hilfe kommt vom Internationalen Kolpingwerk in Köln, aber auch von den Diözesanverbänden Speyer und Trier. Mit Diözesanpräses Andreas König, Thomas Müller und Norbert Thines hat er längst Freundschaft geknüpft. Sie sind mit ihm per E-Mail verbunden und Ansprechpartner. "Das tut mir gut!" Irdische Nöte plagen den Kirchenmann: Die Schulgelder für die Kinder aufzubringen, um die Bezahlung der Lehrer zu sichern, ist schwer. Daher würde sich Father John Bosco über Spenden sehr freuen.
Spendenadresse:
Rev. Musinguzi, John Bosco,
Banque commerciale du Rwanda SA.,
S.p. 354 Kigali-Rwanda
Acct #: 010-0029770-02-05
Swift Code: BCRW RW RW