Kinder gehen für Kinder auf die Straße

Schüler unterstützen mit Hungermarsch die Aktion Brasilien

Fußgönheim. Unter dem Motto "Kinder helfen Kindern" haben Schülerinnen und Schüler der Schillerschule in Fußgönheim einen Hungermarsch unternommen. Sie konnten den stattlichen Betrag von 2.394,31 Euro "erlaufen", der notleidenden Kindern in Brasilien zugute kommt.

Rolf Schäfer, der Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes in der Diözese Speyer, hatte das Projekt vorgeschlagen: Mit dem Erlös des Hungermarsches wird der Kindergarten der Kolpingsfamilie Jardim das Margaridas in einem der schlimmsten Favelas von Groß-Sao-Paulo unterstützt, der Anfang 2005 durch ein Unwetter vollständig zerstört worden war. 80 Kinder hatten ihren Kindergartenplatz verloren. Der Wiederaufbau, vom Diözesanverband Speyer auf Initiative von Schäfer komplett finanziert, ist nun abgeschlossen. Jetzt muß auch die Inneneinrichtung erneuert werden. Mit den Mitteln aus dem Hungermasch werden Tische, Stühle, Kinderbettchen, Eßgeschirr sowie Kindermatratzen finanziert. Mit der Wiederaufnahme der Kindergartenarbeit können bedürftige Kinder ab drei Monaten versorgt werden, deren Eltern sich um den Lebensunterhalt ihrer Familien kümmern müssen. Neben der Betreuung und pädagogischen Förderung der Kinder ist ihre richtige Ernährung, für die die Eltern nicht ausreichend sorgen können, eine wichtige Aufgabe des Kindergartens. Laut Schäfer kann ein Kind bereits für 50 Cent pro Tag gesund ernährt werden.

Rolf Schäfer mit Kindern der Schillerschule vor dem Hungermarsch.

Die kommissarische Schulleiterin Maritta Klausmann begleitete mit den Lehrkräften das Projekt. Mit Fotos und einem bewegenden Bericht über die Lebensverhältnisse in den Armenvierteln der Megastädte Brasiliens konnte Rolf Schäfer die Fußgönheimer Schülerinnen und Schüler für seine Sache gewinnen. Schäfer, der mit starkem persönlichem Engagement zusammen mit dem Kolpingwerk Spenden sammelt, hat bereits sieben Reisen nach Brasilien unternommen, um die Kontakte zu den Verantwortlichen des Obra Kolping do Brasil vor Ort zu intensivieren, sich über die Verwirklichung der Maßnahmen zu informieren und die Spenden zu übergeben. Er betonte, daß die Reisekosten stets von ihm selbst bezahlt werden und alle Spenden den Menschen in Not zufließen.

Danach waren die Kinder mit Eifer dabei, tatkräftig unterstützt von ihren Lehrkräften und Eltern. Neben dem "Kilometergeld" wurde auch der Erlös aus dem Verkauf von Würstchen und Apfelschorle nach dem Marsch auf dem Schulgelände für das Brasilien-Projekt gespendet. Trotz teils heftiger Regengüsse herrschte bei dem kleinen Fest eine gute Stimmung bei den Kindern, die viel Lob und Anerkennung für ihren Einsatz erhielten. Es machte viel Spaß, im warmen Regenwasser zu plantschen und unter dem Schutz des Regenschirms das strömende Wasser zu erleben. Ein fröhlicher Abschluß für eine gute Sache.

Die Präsidentin des Kolpingwerkes Brasilien, Sonia Guilherme Texeira, und Nationalpräses Padre Paulo Link bedankten sich mit einem Schreiben bei den Kindern von Fußgönheim für ihren beispielhaften Einsatz: "Ihr seid im buchstäblichen Sinne des Wortes für andere Menschen auf die Straße gegangen. Damit habt ihr die Welt, in der ihr lebt, auf die aufmerksam gemacht, die weniger haben als wir, die in weitaus ärmeren und ungünstigeren Verhältnissen wie zum Beispiel in einem Lande wie Brasilien leben. Daß ihr dazu noch eine Solidaritätsaktion durchgeführt habt, dafür können wir gar nicht genug danken. Es ist ein wirklich hervorragendes Zeichen Eurer Verbundenheit mit diesen Menschen über tausende und tausend Kilometer hinweg."