Das Portrait:
Noch mit 75 als Helfer beim Katholikentag

Ernst Wagner von der Kolpingsfamilie Dahn engagiert sich seit mehr als fünf Jahrzehnten ehrenamtlich auf den katholischen Laientreffen

Dahn. Als 1952 in Berlin der vierte Nachkriegs-Katholikentag stattfand, war Ernst Wagner schon dabei – als ehrenamtlicher Helfer. Der 75 Jahre alte Kolpingmann aus Dahn ist seit seiner Jugend kirchlich aktiv. Beim Deutschen Katholikentag war er regelmäßig als Helfer beteiligt, seit 1990 als Hallenleiter. So auch beim Katholikentag vom 24. Bis 28. Mai in Saarbrücken.

Dort hat er als Hallenleiter delegiert und organisiert, aber auch im Objektdienst, beispielsweise bei Einlaßkontrollen oder der Sicherung von Fluchtwegen, war er anzutreffen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Verläßlichkeit hat er verantwortungsvolle Tätigkeiten bei Hauptveranstaltungen in der Congreßhalle übernommen, wo sich zahlreiche kirchliche "Würdenträger" und Politprominenz eingefunden hatten. Der gelernte Elektriker und Mechaniker hatte bis zu deren Schließung in der nahegelegenen Schuhfabrik gearbeitet, bevor er dann nach zehn Jahren als Hausmeister in den Ruhestand ging. Allerdings nur beruflich, denn seine ehrenamtlichen Tätigkeiten erledigt er weiterhin mit Begeisterung.

Wagner engagiert sich besonders bei der Dahner Kolpingsfamilie und beim Katholischen Missionswerk "missio". Bei den Großveranstaltungen des Kolping-Diözesanverbandes in der Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach in Schönau organisiert er zuverlässig, orts- und sachkundig mit.

"Soziales Engagement ist das Wichtigste!"

"Soziales Engagement ist das Wichtigste. Wenn jemand in Not ist, maß man helfen", erklärt er bestimmt. Die Freude am Helfen liegt bei ihm in der Familie: Sein Sohn fährt für das Rote Kreuz, eine Tochter ist Krankenschwester, erzählt er stolz. Sein übrige Zeit verbringt er mit Reisen und Fotografieren. Er hat unter anderem schon Spanien, Italien, die Türkei und Tunesien bereist, berichtet er.

Zu den Katholikentagen organisiert er regelmäßig die Anreise für Helfer aus dem Kolpingwerk, die sich bei ihm melden. Mit Hilfe eines gemieteten Kleinbusses, den die Reisenden selbst steuern, schaffe er es wie kein anderer, die Fahrkosten, die vom Veranstalter erstattet werden, so niedrig wie möglich zu halten. Wagner freut sich, die Verantwortlichen so immer wieder verblüffen zu können. Sparsamkeit sei er in seinem Leben gewohnt. Dies lasse sich auch auf den Katholikentag übertragen, meint er.

"Ich bin heute noch so fit wie ein 25-Jähriger", sagt Wagner, für keinerlei Arbeit sei er sich zu schade. Manch Jugendlicher klage ja schon über Rückenschmerzen, wenn er sich lediglich "mal Bücken muss", scherzt er. Beim Helfereinsatz nimmt er ohne Beschwerde auch Unannehmlichkeiten in Kauf. Statt auf Bequemeres auszuweichen, habe er auch als Gruppen- und Hallenleiter immer bei "seinen" Helfern im Zelt übernachtet, um ein Auge auf seine "Schäfchen" zu haben.

Toleranz und Offenheit

Viel Bewegung und Interesse an seiner Umwelt halten Wagner fit, und mit Handy, DVD-Player, Notebook und Fax sei er "technisch bestens ausgerüstet". Im Umgang mit Menschen sind ihm Toleranz und Offenheit wichtig. "Man muß immer die Augen offen halten", sagt er, "der Blick darf nicht nur bis zum eigenen Gartenzaun reichen."

Dar Katholikentag habe für ihn die wichtige Funktion der "Festigung des Glaubens". Eine positive Entwicklung sehe er darin, daß nach seiner Einschätzung mehr jugendliche Teilnehmer als früher beim Katholikentag anzutreffen seien.