Adolph Kolping – 
Leuchtendes Beispiel christlicher Solidarität mit den Menschen

80 Jahre Kolpingsfamilie Herxheim

Herxheim. Ganz im Zeichen der Persönlichkeit Adolph Kolpings standen die Feierlichkeiten der Kolpingsfamilie Herxheim zu ihrem 80. Stiftungsfest. Kolping wurde als leuchtendes Beispiel für verwirklichte christliche Solidarität mit den Menschen, die der Hilfe und Freundschaft bedürfen, vorgestellt und gewürdigt.

Solidarität mit den Menschen – genau aus diesem Grund sei 1925 der Katholische Gesellenverein Herxheim, die heutige Kolpingsfamilie, gegründet worden. Die Kolpingsfamilie Herxheim habe die Annalen der großen Pfarrei mitgeschrieben. Dafür gebühre ihr Lob, Dank und Anerkennung, sagte Pfarrer und Präses Bernhard Bohne. Die Kolpingkapelle Herxheim, die ihr 50-jähriges Jubiläum feiere, sei zum Markenzeichen für die Gemeinde geworden. Der Pfarrer wünschte der Kolpinggemeinschaft, daß sie auch zukünftig in Treue fest den Weg Adolph Kolpings, den Weg der Solidarität mit den Menschen und des gläubigen Einstehens für die Kirche, gehen möge.

Kolping habe sich der materiellen und geistigen Nöte der heimatlosen, wandernden Handwerksgesellen angenommen. Die wandernden Handwerksburschen unserer Zeit seien die ausländischen Arbeiter, das große Heer der Arbeitslosen und die Jugendlichen, die nach Sinn und Aufgaben des Lebens fragten, meinte Präses Bohne. Unsere Solidarität mit den Randgruppen unserer Gesellschaft sei gefordert, mit den Suchtkranken, den Leistungsschwachen und mit allen, die durch das soziale Netz auch heute noch fielen.

In seinem Festvortrag: "Die Medien und ihr Umgang mit der Wahrheit" sprach Jürgen Liminski, Journalist und Moderator beim Deutschlandfunk, "von der Wahrheit und wie die Wahrheitsvermittler damit umgehen". Ein Grundproblem der Medien sei, daß sie die Wirklichkeit nicht vollständig wiedergeben könnten, auch wenn sie es wollten, sagte u.a. der Referent. Sie hätten weder die Zeit, noch den Raum. Ihr oberstes Gebot, die Wirklichkeit wieder- und weiterzugeben, sei zugleich ihre höchste Not. Ihre Auswahl sei immer unvollständig, mithin in der Gefahr, manipulativ zu sein. Die Wahrheit in den Medien sei ein Grenzwert.

Bürgermeister Elmar Weiller nannte den Gesellenvater Adolph Kolping eine der prägenden Gestalten im aufbrechenden Industriezeitalter, dessen christlich-soziales Gedankengut in Herxheim Fuß gefaßt habe. Weiller spannte den Bogen von den gegensätzlichen geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts, der menschenfernen und kirchenfeindlichen Ideologie des Marxismus und der kirchlichen Soziallehre, zu den aufbrechenden sozialen und politischen Spannungen nach dem 1. Weltkrieg mit dem geistigen Sprengsatz sozialistischer Ideologien. Die Herxheimer Kolpingsfamilie stehe in der Tradition dieses wichtigen historischen Prozesses und habe ihre wichtige Aufgabe auch weiterhin in der Gesellschaft zu erfüllen. So bleibe das Lebenswerk des Sozialreformers Kolping aktuell. Daher wünschte der Bürgermeister, daß der Jubilar gestärkt aus diesem Jubiläum hervorgehe: "Unsere Dorfgemeinschaft braucht die spirituellen Elemente, die die Kolpingbewegung in sich trägt."

Zum schönsten Jubiläumsgeschenk geriet ein handwerkliches Exponat aus Metall in Form eines Wappenschildes, das einst das Vorzeigestück einer kunsthandwerklichen Ausstellung war, die der junge Gesellenverein 1930 mit Werkstücken seiner Mitglieder arrangiert hatte. Das prachtvolle Schild, ein Werk des Schlossers Wilhelm Metz, war seit 1933 durch gewaltsamen, rechtswidrigen Zugriff der Nazis verschollen. Restaurator Ullrich Zotz hat es unentgeltlich restauriert und seine Arbeit dem Jubilar zum Jubiläumsgeschenk gemacht.

Ehrung für 50-jährige Zugehörigkeit zur Kolpingsfamilie Herxheim: 
Hans Schnurr, Vorsitzender Frank Schmidt, Rolf Theobald, 
Robert Seither, Ludwig Flick, Reiner Busch, Gerhard Ring, 
Franz Scherrer, Manfred Ehmer, Erwin Holl, 
Josef Ehmer, Präses Bernhard Bohne (v.l.n.r.).