Die Zukunft liegt in den Kolpingsfamilien selbst

DV Speyer bildet Moderatoren aus für Klausurtagungen der Kolpingsfamilien - Trainer und Berater: Heinz Hinse

Homburg. Im vergangenen Jahr führte der Diözesanverband Speyer gemeinsam mit dem Kolping-Bildungswerk erstmals ein Kommunikationsseminar mit Vorstandsmitgliedern der Kolpingsfamilien und Bezirksverbände durch. Das Seminar zeigte, daß mit einer veränderten Gesprächs- und Beratungskultur im Vorstand andere, neue Ergebnisse erzielt werden können, die auch für Kolping und die Kolpingarbeit neu motivieren. Das Seminar konnte zudem im Einüben verschiedener Methoden der Gesprächsführung Hilfen zur Hand geben, in der eigenen Führungsarbeit effizienter zu arbeiten.

Bereits damals wurde die Frage nach Moderatoren für Vorstandsgespräche und -klausuren der Kolpingsfamilien angesprochen und diskutiert. Teilnehmer/innen des Seminars sahen es als notwendig an, bei schwierigen Beratungen in ihren Vorständen einen Moderator von außerhalb zu haben. Dieser könne methodisch eine Vorstandsklausur leiten und damit beitragen, Ermüdungserscheinungen, Spannungen und Störungen in der Kolpingsfamilie, die aus eigener Kraft nur schwer zu beheben sind, aufzuklären, zu diskutieren und einer Lösung zuzuführen.

Ein moderiertes Vorstandsgespräch kann in der Tat zu einer veränderten Gesprächskultur führen, in der neue Ideen und Potentiale, die schon in der Kolpingsfamilie latent vorhanden sind, entdeckt und Umsetzungsstrategien für eine Vitalisierung des Vereins entwickelt werden können: Die Zukunft der Kolpingsfamilie liegt in der Kolpingsfamilie selbst.

Heinz Hinse, langjährig Medienpädagoge und Kommunikationstrainer am Heinrich-Pesch-Haus, Ludwigshafen, erklärte sich sofort bereit, Leute aus unserem Verband für diese Moderatorenaufgabe in den Kolpingsfamilien auszubilden. Im Januar und Februar fand das Moderatorentraining im Kardinal-Wendel-Haus, Homburg, statt, an dem Jeanette Kuether, St. Martin, Klaus Butz, Otterbach, Andrea Storminger, Dirmstein, Bernd Bastian, Rohrbach, René Pfeiffer, Bad Bergzabern, und Bildungsreferent Thomas Bettinger teilnahmen.

Programminhalte dieses zwei Wochenenden umfassenden Trainings waren

- Reflexion bisheriger Erfahrungen in Sitzungen.
- Kennenlernen der Moderationsmethode und ihrer Fragetechnik.
- Einüben der einzelnen Schritte in einer moderierten "Klausur".
- Reflexion der eigenen Rolle.
- Vorplanung moderierter "Klausuren".
- Durchführung einer "Klausur" durch jeweils 2 Moderatoren.
- Reflexion der dabei gemachten Erfahrungen.
- Umgang mit Störungen und Konflikten.
- Absprachen über zukünftige Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch.

In der Ausbildung von Moderatoren und in ihrem Einsatz in den Kolpingsfamilien sieht das Kolpingwerk Diözesanverband Speyer einen außerordentlich wichtigen Beitrag zum Projekt "Zukunftssicherung des Verbandes und seiner Kolpingsfamilien". Der Diözesanvorstand ermutigt seine Kolpingsfamilien dazu, ein kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Verbandsarbeit vorzunehmen, das Alte, Abgedroschene, nicht mehr Lebensfähige, das "Das haben wir immer schon so gemacht" hinter sich zulassen und Neuanfänge zu wagen. Sinkende Mitgliederzahlen, Überalterung, verwaschenes Profil und "schlechtes" Image, mangelnde Attraktivität besonders gegenüber jungen Menschen, Undeutlichkeit in der Zielsetzung und Aufgabenstellung (fehlende Vision!) kommen nicht über das Kolpingwerk wie ein Naturgesetz oder unabänderliche Naturgewalten, gegen die man wir nichts machen kann, sondern sind Herausforderungen.

Heinz Hinse am Flipchart.

Mit einem Moderator und dem Einsatz von Methoden der Gesprächsführung können die Beratungen in den Vorständen diese neue Qualität gewinnen, die zu Ideen, Impulsen und motivierenden Strategien in der örtlichen Kolpingarbeit führen. Grundlage dafür ist das "Jammerverbot"! Mit der Grundstimmung des Jammerns läßt sich nichts erneuern. Und wer will schon in einen Jammerverein eintreten, geschweige denn Verantwortung übernehmen?

Aufgabe der Moderatoren ist eine methodische Unterstützung bei Vorstandsklausuren oder Sitzungen

- zur Bestandsaufnahme der bisherigen Zusammenarbeit.
- zur Zielvereinbarung und Aufgabenverteilung für die zukünftige Arbeit.
- zur Erarbeitung von Lösungen für anstehende Probleme.

Die Moderatoren sind "neutrale" Gesprächsleiter. Sie bieten keine Patentrezepte zur Problemlösung!

Die Trainingsteilnehmer/innen lernten Vorgehensweisen bei Klausuren:

- Aufbau einer Beziehung in und mit der Gruppe.
- Verständigung über die zu besprechenden Themen und Probleme.
- Bearbeitung der Themen in Kleingruppen und Plenum.
- Beschlussfassung über die Arbeitsergebnisse und vereinbarten Ziele.
- Auflistung der daraus sich ergebenden Aufgaben und Maßnahmen.
- Vereinbarung, wer die Aufgaben übernimmt, bis wann.
- Reflexion der Klausur.

Drei künftige Moderatoren: Andrea Storminger, René Pfeiffer, Klaus Butz.

Kolpingsfamilien, die sich ähnlich, wie andere Kolpingsfamilien es schon getan haben oder im Begriff sind zu tun, auf den Weg einer Erneuerung der inneren Kommunikation und Gesprächskultur machen wollen und hierzu einen Moderator wünschen, wenden sich an Thomas Bettinger im Diözesanbüro Kaiserslautern.