"Gezielt Gespräche leiten"

Ein Kommunikationstraining für Vorstände im Kolpingwerk mit Heinz Hinse

Kaiserslautern. Viele Gespräche mit Verantwortlichen der örtlichen Kolpingsfamilien haben die Diözesanleitung des Kolpingwerkes darauf aufmerksam gemacht, daß es neuer
Wege und Strategien im Kolpingwerk bedarf, um den komplexen Herausforderungen einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft zu begegnen. Vielfach stehen Verantwortliche in Kolpingsfamilie und Verband vor dem Problem, daß eingefahrene Handlungsmuster, die über Jahrzehnte gut waren, heute nicht mehr genügen: Wie können wir unsere Arbeit, unser Verbands- und Vereinsleben so gestalten und verlebendigen, daß es "zukunftsfähig" wird, wir die Menschen erreichen und sie mit den Idealen Adolph Kolpings begeistern können?

Um diese Frage beantworten zu können, bedarf es einer neuen Gesprächs- und Entscheidungskultur in Verband und Kolpingsfamilien: Wie Menschen miteinander sprechen, diskutieren und dann - entscheiden, ist wesentlich für das Verstehen und Antworten auf die Fragen der Zeit. Schon mehrere Kolpingsfamilien haben sich aufgemacht, in Klausurtagungen neue Wege zu finden. Sie haben dazu einen "Moderator" eingeladen, einen Fachmann in Fragen der Kommunikation und Gesprächsführung. Sie haben dabei erfahren, daß sie mit einer veränderten Gesprächs- und Beratungskultur im Vorstand auch zu anderen, neuen Ergebnissen kommen, die sie selbst neu für Kolping und die Kolpingarbeit motivieren.

Das erstmalig vom Kolping-Diözesanverband angebotene Kommunikations-Wochenende im Kolpinghaus Kaiserslauten wollte Vorstandsmitgliedern der Kolpingsfamilien und Bezirksverbände diese Erfahrung vermitteln und im Einüben verschiedener Methoden der Gesprächsführung Hilfen zur Hand geben, in der eigenen Führungsarbeit effizienter arbeiten zu können. Bildungsreferent Thomas Bettinger und Josef Heitz, der Vorsitzende des Kolping-Bildungswerkes Diözesanverband Speyer, konnten in Heinz Hinse, dem ehemaligen Bildungsreferenten im Heinrich-Pesch-Haus, Ludwigshafen, einen erfahrenen Referenten gewinnen, der als Kommunikationstrainer seit vielen Jahren hauptamtliche Referenten und ehrenamtliche Verantwortungsträger in Kirche und Verband ausgebildet hat.

13 Frauen und Männer verschiedener Altersgruppen aus 10 Kolpingsfamilien, die als Vorsitzende oder Vorstandsmitglieder in der Kolpingsfamilie, im Bezirk oder im Diözesanverband Verantwortung tragen, waren der Einladung zum zweitägigen Kommunikationstraining gefolgt. In einem inhaltlich und zeitlich sehr dichten Programm wurden die Teilnehmer in Gesprächsführung und Entscheidungsfindung trainiert.

Drei Themenschwerpunkte des Seminars wurden zu Beginn gemeinsam formuliert: 1) Sitzungen effektiv leiten 2) Menschen zur Mitarbeit in Kolpingsfamilie und Verband motivieren 3) Die Gruppenarbeit in Kolpingsfamilie und Verband (neu) orientieren (Zielvereinbarung). In Theorie und Praxis wurden die Faktoren behandelt, die Gruppengespräche beeinflussen, die verschiedenen Gesprächsformen und ihre Ziele und die damit verbundenen Leitungsfunktionen erörtert, das Vorgehen bei einer Entscheidungsfindung erarbeitet.

Ausführlich wurde das Thema "Zielvereinbarung in einer Verantwortungsgemeinschaft" diskutiert und methodisch eingeübt, denn "Wer nicht weiß, wo er hin will, muß sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt." Der Referent machte den Teilnehmern deutlich, daß jede Gruppe, die miteinander etwas erreichen will, sich ihrer eigenen Ziele vergewissern muß. Eine gemeinsam erarbeitete Zielvereinbarung sei Voraussetzung einer effektiven Arbeitsplanung. Es genüge nicht auf ein Grundsatzprogramm zu verweisen: Allgemein gehaltene Ziele und Aufgaben des Verbandes müßten in die konkrete Lebenssituation einer örtlichen Gemeinschaft und orientiert an ihren Handlungsmöglichkeiten "heruntergebrochen", konkretisiert werden. Anhand der Zielvereinbarung könne ein "Controlling", eine ständige Überprüfung und Korrektur der eigenen Arbeit erfolgen. Sinnvoll sei es, daß Kolpingvorstände jährlich, z.B. in einer Klausur, eine Zielvereinbarung treffen und diese in Veranstaltungen und Aktionen ihres Jahresprogramms umsetzen.

Weitere Themen des Seminars waren Motivationsgespräche (Wie motiviere ich Menschen zur Mitarbeit?), die sinnvolle Aufgabenverteilung in der Gruppe, der Umgang mit Konflikten sowie Empfehlungen an den Gesprächsleiter für kontroverse Diskussionen im Vorstand.

In der Schlußauswertung äußerten sich alle  Teilnehmer  positiv zu diesem Seminar: "Ich habe viele neue Ideen und Impulse erhalten." - "Viele Denkanstöße nehme ich mit, die ich in meiner Kolpingsfamilie ausprobieren will." Es wurde der Wunsch geäußert, künftig ähnliche Seminare zur Förderung der Verbandsarbeit und Unterstützung der örtlichen Kolpinggemeinschaften durchzuführen. Heinz Hinse erklärte sich bereit, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Thomas Bettinger dankte herzlich dem Referenten für die ausgezeichnete inhaltliche Arbeit des Seminars. Dem Diözesanvorsitzenden Rolf Schäfer dankte er für die großzügige Unterstützung durch den Diözesanverband.

Die schriftlichen Unterlagen des Seminars können über das das Diözesanbüro angefordert werden.