"Verwurzelt in Gott und mitten im Leben"  
Bundespräses Alois Schröder beim Bezirksbildungstag in Grünstadt

Grünstadt. - Mehr als 500 Gläubige besuchten den rhythmischen Gottesdienst in der Pfarrkirche "Sankt Peter", mit dem am Sonntag der Bildungstag des Kolpingwerkes, Bezirksverband Grünstadt-Frankenthal begann. "Verwurzelt in Gott und mitten im Leben" war das Thema, das der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Pfarrer Alois Schröder, Köln, mit den Vertretern der einzelnen Kolpingsfamilien behandelte.

Es war beeindruckend, wie die zehn dem Bezirksverband angehörenden Kolpingsfamilien mit ihren Bannern in das Gotteshaus einzogen, wo Bundespräses Schröder in Zelebration mit Ortspfarrer Martin Tiator und Diakon Andreas Stellmann die heilige Messe feierte. Mit Plakaten, Spruchbändern und Liedtexten gestalteten die Kinder- und Jugendgruppen das Fastenthema "Umkehr". Dass nach einem Fehler die Möglichkeit eines Neuanfangs gegeben ist, machten die Jugendlichen sichtbar. Wer bei einer Bahnfahrt bemerke, dass er in die falsche Richtung fahre, aber nichts unternehme, weil ihm die Landschaft die er gerade durchfahre, auch gefalle, werde nur schwerlich an das gesteckte Ziel kommen, sagte Bundespräses Schröder in seiner Predigt. Bemerke der Reisende, dass er in der falschen Richtung unterwegs sei, solle er am nächsten Haltepunkt aussteigen und umkehren. Werde der korrigierten Richtung beharrlich gefolgt, würde auch das angestrebte Ziel erreicht, meinte Schröder. Die Jugendlichen sangen und gestalteten spielerisch das neue Kolpinglied: "... eine Weltfamilie, lebendig und stark, Zufluchtsort für jeden, der kommen mag. Zueinanderfinden, lernen zu versteh'n und gemeinsam Wege geh'n".

Die Geschwister Glaudia und Thomas Romanzki stimmten mit einem Violin-Duett von Mozart auf das Festreferat im "St. Peter-Saal" ein. Mitten im Leben mit Gott verbunden sein, verlange immer wieder und überall Gott ins Gespräch zu bringen, sagte Bundespräses Schröder vor nahezu 200 Zuhörern. Die Gottesfrage habe für die Kolpinggemeinschaft eine grundlegende Bedeutung. Kolpingsöhne bezeichnete der Referent als Grenzgänger zwischen Rathaus und Kirche, die Türen, die er dabei durchschreite, seien nicht etwas Trennendes, sondern vielmehr eine Verbindung.

"In der Kirche zu Hause – offen für die Welt sein", forderte der Redner von den Kolpingmitgliedern. Was gepredigt werde, solle sich im Alltag wiederfinden. Wie so oft, werde es auch hier darauf ankommen, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Das Zitat Kolping's: "Die Nöte der Zeit

 

werden euch lehren, was zu tun ist", sei auch heute noch voll im Trend, so Schröder. Viele lebten so, als wenn es Gott nicht gäbe, dabei würde der Glaube verdunsten und sich der Atheismus wie eine Wüste ausbreiten. Im Kontext mit der Kirche im Glauben wachsen, beinhalte auch, sein Wissen kritisch in der eigenen Sprache konkret zu begründen, beim "Reden über Gott und die Welt" solle sich der Christ "outen".

Auf der Suche nach Religionsersatz habe sich bereits eine neue Sonntagskultur entwickelt: Die Stadien seien Heiligtum und Kathedralen des 21. Jahrhunderts, in denen der Fan seine Freude und auch seine traurigen Gefühle auslebe, meinte der Redner. Wenn der Mensch vor Gott fliehe, entstünden gottfreie Zonen, hier komme der Ökumene, bei der es schon längst nicht mehr um die bloße Konfessionszugehörigkeit gehe, die Aufgabe zu, konkret für das Christsein einzutreten. Gott stelle jeden dahin, wohin er ihn brauche, deshalb solle eine klare Positionierung erkennbar werden, der Christ solle Rückgrat zeigen und sich auch, wenn nötig, der Konfrontation stellen, sagte der Bundespräses abschließend.

Bezirksvorsitzende Gisela Schroth dankte dem Grünstadter Vorsitzenden Wolfgang Lenhardt und seinem Helferteam für die ausgezeichnete Organisation des Tages. (sdl)