"Hier wohnt die Zukunft"

Kolpinghaus Kaiserslautern neu eröffnet

Kaiserslautern.- Nach sechsmonatigem "Interregnum" hat das Kolpinghaus Kaiserslautern seine Pforten neu eröffnet. Mit einem Gottesdienst im Großen Saal des Kolpinghauses, mit Live-Jazz und prominenten Gästen konnte das Kolpingwerk Diözesanverband Speyer sein Begegnungs- und Bildungszentrum im Herzen der Pfalz neu eröffnen.

Viele Anstrengungen hatte der Eigentümer des Hauses, der Kolpingshaus Kaiserlautern e.V., unternommen, um nach dem Pächterehepaaar Weis eine angemessenene Fortführung des Traditionshauses zu finden, das auch in Zukunft ein "Kolpinghaus" sein wird und im Konzert der Kaiserslauterer Gastronomie "Sternzeichen" setzen will. Neuer Betriebsleiter ist Restaurantmeister Rene Krause, der mit einem kompetenten Team das "Kolpinghaus Hotel-Restaurant 'Neue Eintracht' Kaiserslautern" an den Markt führen und gleichzeitig die Kolping-Idee im Haus realisieren will. Er ist Nachfolger von Ursula und Peter Weis, die in zwanzig Jahren die "Neue Eintracht" zu einer Institution im Hotel- und Gaststättengewerbe Kaiserslauterns, aber auch zu einem echten Kolpinghaus gemacht haben.

In Konzelebration mit Diözesanpräses Pfarrer Andreas König, Hochspeyer, feierte Bundespräses Alois Schröder, Köln, die Heilige Messe:

"...Der heutige Mensch ist vielfach unbehaust. Innerlich und äußerlich ist er stets in Bewegung, ist er unterwegs. Umso mehr sehnt er sich nach einem Ort, wo er Heimat und Geborgenheit findet; wo er sagen kann: 'Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!'", sagte Schröder in seiner Predigt, der zum erstenmal als Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland und als Vorsitzender des Verbandes der Kolpinghäuser in Deutschland zu Gast im Kolpinghaus Kaiserslautern war.

Ein solcher Ort, ein solches Zuhause wolle und müsse die Kirche sein mit ihren Einrichtungen und Häusern. Dazu sollte auch ein Kolpinghaus gehören wie das hier in Kaiserslautern. Eine Art kirchliche Filiale oder Nebenstelle sei es gewesen und werde es auch in Zukunft sein. An christlichen Symbolen und Gesten dürfe es dabei nicht fehlen. Vor allem sei es der Geist der Gastfreundschaft und Offenheit jedwedem Besucher oder Gast gegenüber, der dieses Haus auszeichnen müsse.

In diesem Geist habe Adolph Kolping den heimatlosen Handwerksgesellen seiner Zeit in den Gesellenhospizen eine Bleibe, eine Stätte der Bildung und Begegnung geboten. Ein Familienhaus in der Fremde waren sie. In dieser Tradition stünden auch unsere Kolpinghäuser. "Mögen sie für manchen, der sich wie ein Asylant oder Obdachloser vorkommt, wie ein Haus der offenen Tür sein! Mögen darin Menschen mit Herz tätig sein." Denn, so Adolph Kolping:

"Wer Menschen gewinnen will, muss das Herz zum Pfande einsetzen!"

Und so mancher Gast werde auf diese Weise etwas verspüren dürfen von der Menschenfreundlichkeit unseres Gottes.

"Das Kolpinghaus ist neu eröffnet. Darauf sind wird stolz", sagte Gerhard Demmerle, der Vorsitzende des Kolpinghaus Kaiserslautern e.V., vor mehr als 200 Gästen, unter ihnen neben Bundespräses Schröder der Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern, Bernhard Deubig, und Domkapitular Prälat Gerhard Fischer, Diözesanehrenpräses des Kolpingwerkes. Nach einem halben Jahr voller Ungewißheit sei es nun gelungen, mit einem neuen Partner das Kolpinghaus wieder zu eröffnen, und damit dem Kolpingwerk und seinen Kolpingsfamilien, der Kirche und ihren Verbänden, aber auch allen anderen Vereinen und Gästen als Tagungs- und Bildungshaus zur Verfügung zu stellen.

Demmerle erinnerte an die Geschichte des Kolpinghauses, die eng mit der Geschichte der Kirchen in Kaiserslautern verbunden ist. Ohne die Unterstützung der Katholischen Kirchengemeinden Kaiserslauterns, ohne die vielfältige und engagierte Hilfe viele Kolpingsmitglieder nach dem Krieg, die dieses Haus wieder aufgebaut haben, gäbe es das Kolpinghaus nicht. Seit 1961 sei die "Neue Eintracht" das Kolpinghaus der Kolpingsfamilien im Bistum Speyer. Ohne die großzügige Unterstützung der Diözese bei den grundlegenden Modernisierungsmaßnahmen der Jahre 1985/86 sei das Haus nicht in einem Zustand, daß es weitergeführt werden könne. Für den neuen Vertragspartner, die Kolping-Betriebsführungsgesellschaft, Köln, brachte Geschäftsführer Guido Gröning die Hoffnung zum Ausdruck, daß mit dem Kolpinghaus Kaiserslautern ein weiteres Kolpinghaus in Deutschland Zukunft und Hoffnung habe, gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Domkapitular Prälat Gerhard Fischer, selbst über 32 Jahr als Diözesanpräses für das Kolpinghaus Kaiserslautern verantwortlich, überbrachte die Glückwünsche von Bischof Dr. Anton Schlembach. Adolph Kolping habe bewußt Häuser gebaut. Er habe um den Wert und das Geheimnis eines Hauses aus Stein gewußt: "Denn Mauern schaffen Geist!" In ihnen kommen Menschen zusammen, in ihnen finde all das statt, was Menschsein ausmache: Begegnung und Kommunikation, Bildung und Kultur, Orientierung und soziales Engagement - sowie Geist und Religion! Er hoffe und wünsche, daß auch in Zukunft das Kolpinghaus Kaiserslautern zu einer Begegnungs- und Bildungsstätte für alle Generationen werde, daß es im Sinne Adolph Kolpings Gaststätten menschlicher Begegnung und einer froh und freimachenden Religion sei.

Fischer dankte dem Pächterehepaar Ursula und Peter Weis für über 20 Jahre zuverlässig geleistete gute Dienste: "Ohne sie könnte das Kolpinghaus heute nicht weitergeführt werden." Sie hätten die Grundlage dafür geschaffen, daß eine neue Konzeption und eine neue Mannschaft dieses Haus in die Zukunft führen könne: "Sie waren für das Kolpingwerk stets zuverlässige und vertrauenswürdige Partner." Dafür dankte er ihnen als ehemaliger Präses auch für das Kolpingwerk. Dem neuen Betriebsleiter, Rene Krause, wünschte er Glück und Gottes Segen in seinen Bemühungen um die Fortführung des Hauses.

Vorschußlohrbeeren erntete Krause von der Stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Gisela Schroth, Dirmstein, namens des Vorsitzenden Rolf Schäfer, Oggersheim, und des Diözesanvorstandes des Kolpingwerkes: Auch der Verband werde das Seinige tun für das Kolpinghaus, das man in guten Händen wisse.

Oberbürgermeister Bernhard Deubig nutzte die Gelegenheit, dem ausgeschiedenen Pächterehepaar Weis seinen Dank und seine Hochachtung auszudrücken: "Sie haben ein Stück Stadtgeschichte geschrieben", sagte er. An Krause gerichtet, meinte Deubig in Anlehnung an den neuen Slogan der Stadt Kaiserslautern: "Hier wohnt die Zukunft", das Kolpinghaus als Stätte der Kommunikation sei eng mit der Zukunft der Stadt verknüpft. "Ich möchte dem Haus den Glanz der früheren Jahre wiedergeben," versicherte der neue Betriebsleiter.

Unser Bild zeigt (von links nach recht): Diözesanpräses Andreas König und Bundespräses Alois Schröder beim Eröffnungsgottesdienst für das "neue" Kolpinghaus Kaiserslautern."