Kontinente übergreifende Solidarität - Kolpingsfamilie Oggersheim feiert 50-Jahrfeier der Wiedergründung - Festreferent Pe. Paulo Link, Sao Paulo

Oggersheim.- "Verantwortlich leben - solidarisch handeln als Herausforderung des christlichen Glaubens in verschiedenen Kulturkreisen" war das Thema von Pe. Paulo Link, Nationalpräses des Kolpingwerkes Brasilien, in Predigt und Festreferat anläßlich der Feiern "50 Jahre Wiedergründung KF Oggersheim". Das Jubiläum einer Kolpingsfamilie sei nicht nur Anlaß zum Feiern, sondern auch zur Vergewisserung des Auftrags, Idee und Geist Adolph Kolpings im 21. Jahrhundert weiterzutragen. KOLPING sei ein missionarisches Unternehmen, das lebe aus den Quellen des Evangeliums Jesu Christi.

"Die Not und soziale Ungerechtigkeit in Brasilien ist unbeschreiblich groß. 44 Millionen Menschen leben in absoluter Armut. 12 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Vor Hunger können die Kinder kaum dem Unterricht folgen. Der Nordosten Brasiliens ist das größte Armenhaus Lateinamerikas. Die Arbeitslosigkeit ist erschreckend hoch. Hier hilft Kolping!" sagte Pe. Paulo Link. KOLPING sorge dafür, daß junge Menschen in Brasilien eine Ausbildung erhalten, die es ihnen ermöglicht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Kolping baue Betriebe auf und schaffe Arbeitsplätze. KolpinG finanziere in Förderprogrammen Handwerker, die sich selbständig machen wollen. Landwirtschaftliche Kooperativen sicherten die Existenz ganzer Familien. In Kindergärten und Vorschulen würden Kinder nicht nur pädagogisch betreut und unterrichtet, sondern erhielten auch eine gute Mahlzeit. Soziale, medizinische und politische Bildungsarbeit vermittelten wichtige Kompetenzen. Kolpingsfamilien engagierten sich politisch für die Menschen in ihrer Gemeinde, die sonst vergessen wären. Die Kolpingsfamilien kümmerten sich um die vielen Frauen mit ihren Kindern, die von ihren Männern verlassen worden sind. Die Kolpingsfamilien seien oft die einzigen Gruppen, die sich auch um alte Menschen, denen es sehr schlecht geht, kümmern.

17 Banner befreundeter Kolpingsfamilien umrahmten den Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche. Die Kolpingjugend stellte Szenen aus dem Leben Adolph Kolpings dar. Die Kolpingkapelle Oggersheim besorgte den musikalischen Rahmen von Gottesdienst und Festakt. In Fotomontagen, die Bruno Kreitner und Bruno Hofmann zusammengestellt hatten, konnten die Besucher die Entwicklung der größten Kolpingsfamilie im Diözesanverband Speyer nachvollziehen.

Diözesanvorsitzender Rolf Schäfer, selbst Mitglied der Kolpingsfamilie, betonte, daß der Kolpingsfamilie Oggersheim ein wichtiger Platz im Kolpingwerk der Diözese Speyer zukomme. Vorsitzender Erich Reiß überreichte Pe. Paulo Link eine Spende in Höhe von weit über EURO 1.000,- für die Arbeit des Kolpingwerkes Brasilien. Präses Pfr. Alfons Kaufhold sprach im Namen der Pfarrei Maria Himmelfahrt ein großes Lob für die Kolpingsfamilie aus für ihre lle Mitarbeit auf allen Gebieten des Pfarrlebens aus. Mit ihm hoffe die Pfarrei, daß die Kolpingsfamilie auch in Zukunft eine starke Gemeinschaft bleibe.

Am Vortag des Jubiläums beriet der Diözesanvorstand mit Pe. Paulo in Kaiserslautern die weitere Zusammenarbeit mit dem Kolpingwerk Brasilien. Pe. Paulo dankte dem Diözesanverband Speyer für den Einsatz von sechs jungen Erwachsenen, die in den Sommerferien 2002 im Bundesstaat Piauí neun Wasserzisternen gebaut und damit ein Zeichen der Solidarität gesetzt haben, das die Menschen dort nie vergessen werden.