Möglichkeiten und Chancen des Alters entdecken - Diözesan-Seniorentag des Kolpingwerkes in Kaiserslautern
Kaiserslautern.- 350 Senioren aus 30 Kolpingsfamilien - eine überwältigende, nicht erwartete Zahl - waren in Kaiserslautern zusammengekommen, um gemeinsam mit Diözesanpräses Pfarrer Andreas König und dem Diözesanvorsitzenden Rolf Schäfer den traditionellen Diözesan-Seniorentag zu begehen. Er war auch in diesem Jahr wieder eine Zeit der persönlichen Begegnungen mit viel Wiedersehensfreude, guten Gesprächen, gemeinsamen Mahlzeiten, des Spaziergangs und des Gesangs.
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche Maria Schutz mit Predigt des Diözesanpräses. Wenn er in die Kolpingsfamilie komme, höre er oft: "Herr Pfarrer, wir haben fast nur Alte!" Nur Alte? Dahinter verberge sich eine Abwertung des Alters und alter Menschen, oftmals von diesen selbst so empfunden. Unsere Gesellschaft suggeriere Jugend als das große Ideal, z.B. in der Werbung. Die Abwertung des Alters zeige sich in unserer Gesellschaft besonders eindringlich in der Abschiebung der Alten aus dem Beruf in die Rente.
"Aber es gilt: Möglichkeiten und Chancen des Alters zu entdecken", sagte der Diözesanpräses. "Wohl dem Pfarrer, der noch Alte in seiner Gemeinde hat. Wohl den Eltern, die noch Großeltern haben. Wohl den Vereinen, den Kolpingsfamilien, die noch rüstige Rentner in ihren Reihen haben." Oftmals seien es nur die "Alten", die rüstigen Rentner, die einen Verein und sein Leben tragen und die Arbeit schaffen. Die Alten seien ein großen unverzichtbares Potential in unserer Gesellschaft, ohne die viele Aktivitäten und legendiges Gemeinschaftsleben nicht möglich sei.
In der Bibel begegne uns, so Diözesanpräses König, eine hohe Auffassung vom Alter: "Die Ältesten sind die Angesehenen, die Lebenserfahrung haben, ihr Rat wird eingeholt; sie sind es, die in der Regel bestimmen, was zu tun ist." In der Geschichte sei vieles schief gegangen, weil man nicht auf den Rat der Ältesten gehört hat. Die Lesung aus dem 1. Buch der Könige zeige, wie hoch die Heilige Schrift das Alter und seine Weisheit schätzt, und was geschehen kann, wenn dieser Rat mißachtet wird: König Rehabeam handelt gegen den Rat der Ältesten und provoziert eine der großen Katastrophen Israels, die Spaltung des Reiches in einen Nord- und Südstaat.
Natürlich sei Alter allein noch kein Verdienst; Reife und Lebensweisheit müßten zur Lebenserfahrung hinzukommen. Wenn alte Menschen sich dann noch die Begeisterungsfähigkeit für Ideale erhielten, wenn sie positiv gegenüber der Welt stünden und aktiv am Leben in die Welt teilnähmen, könnten sie noch vieles bewegen und verändern.
Die Kolpingsfamilie müsse froh und dankbar sein, wenn sie solche alte Menschen in ihrer Reihe hat. Sie könnten auch junge Menschen gewinnen und begeistern, weil sie in ihrem Herzen noch jung geblieben sind. Er hoffe und wünsche sich als eine Vision, daß er bei seinen Besuchen in den Kolpingsfamilien künftig nicht mehr so oft höre: "Herr Pfarrer, wir sind fast nur Alte", sondern: "Wir haben in unserer Kolpingsfamilie Männer und Frauen, die zur Kirche stehen und von den Idealen Adolph Kolpings begeistert sind." Diese Männer und Frauen können auch jungen Menschen viel mitteilen für ihr Leben. Die Kolpingsfamilie als Generationengemeinschaft biete die einzigartige Chance, jung und alt zusammenzuführen.
Im Anschluß an den Gottesdienst, den Klemens Heß von der Kolpingsfamilie Hochspeyer an der Orgel musikalisch leitete, gab Bezirkspräses Br. Thomas Freidel OFMConv eine kurze Einführung in die Geschichte der Gelöbniskirche Maria Schutz. Ein festliche Tafel, organisiert vom Team des Kolpinghauses Kaiserslautern um Betriebsleiter Thomas Fuchs, erwartete die Gäste im Großen Saal der "Neuen Eintracht". Mit großem beifall bedachten die Senioren die Darbietungen der Seniorentanzgruppe aus Hochspeyer unter der Leitung von Frau Gisela Hendel, die mit Temperament die Gäste zum Mitmachen animierte und bewies, welche Lebensfreude gerade die älteren Menschen besitzen. Ein erlebnisreicher Spaziergang auf dem Gelände der Gartenschau Kaiserslautern mit "gigantischem Blütenmeer", Japanischem Garten, Auqa- und Dino-Garten bot vielfache Gelegenheit zum kurzweiligen Gespräch. Eine Kaffeetafel im Parkcafé "Casimir" rundete einen großartigen Kolping-Seniorentag ab, wie er noch nie in Kaiserslautern stattgefunden hat. Diözesanorsitzender Rolf Schäfer sprach herzliche Worte des Dankes, besonders an Frau Friedel Adam vom Kolpingbüro, die die Last der Vorbereitungen, vor allem des Buseinsatzes, vorbildlich und mit sehr persönlichem Engagement bewältig hat.